AG    MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim


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Die Holder-Linearschanze von Neuenweg (1)
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Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung am Hau in Blickrichtung Osten über das Große Wiesental
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung in Blickrichtung Süden über das Kleine Wiesental.
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Der Hau-Paß in Blickrichtung Norden auf den Belchen
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Der Hau-Paß von Böllen bei Neuenweg mit der Redoute (Viereckschanze, roter Pfeil) und der Sternschanze (Polygonalschanze, blauer Pfeil).
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

Der Hau-Paß von Böllen bei Neuenweg mit der Redoute (Viereckschanze, roter Pfeil) und der Sternschanze (Polygonalschanze, blauer Pfeil).
 

Die am Rand des Schwarzwaldes errichteten Schanzanlagen gehören als lineare Strukturen zu den flächenmäßig größten archäologischen Kulturdenkmalen in Baden-Württemberg. Den Ursprung haben diese Befestigungswerke in spätmittelalterlichen Verschanzungen wie dem Landhag auf dem Hotzenwald. Ein planmäßiger Ausbau zu einem überregionalen System erfolgte in mehreren Phasen seit dem Dreißigjährigen Krieg bis um 1735. Die letzten Schwarzwaldlinien wurden in den sog. Koalitionskriegen (1796 – 1815) angelegt.

Mehrere neuen Fundstellen der AG MINIFOSSI haben gezeigt, dass auch das Kleine Wiesental solche historischen Zeitzeugen besitzt. Das Ziel einer umfassenden kulturhistorischen Untersuchung von 2002 – 2014 war die komplette Rekonstruktion des südlichen Teilabschnitts der sog. Vorderen Linie, einer defensiven Verteidigungslinie des Markgrafen Ludwig Wilhelm  von Baden, die er als Befehlshaber der habsburgisch-kaiserlichen Oberrhein- und Kreistruppen ab 1693 errichten ließ.

 

Der südliche Teilabschnitt derVorderen Linie führt mit einer stark gesicherten Schanzlinie von Todtmoos-Au und Gersbach bis nach Zell. Dann über Adelsberg auf den Zeller Blauen, von dort über den Hirschkopf, vorbei an Bürchau und auf den Hau, der massiven Pass-Sicherung bei Neuenweg (Fotos) mit seinen zwei sehr gut erhaltenen Schanzanlagen: einer Redoute (Viereckschanze) auf der südlichen und einer markanten /(vermutlich französischen) Sternschanze auf der nördlichen Hangseite.
 

Mehr aktuelle Infos: Werner Störk (2014): Die Sternschanze auf dem „Hau“ bei Neuenweg – eine absolute Rarität, in: Das Markgräflerland – Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, herausgegeben vom Geschichtsverein Markgräflerland e. V., Band/Jahrgang 2014, Seite 76–84, Verlagsort Schopfheim, Uehlin Print und Medien Schopfheim, ISBN-Nr.978-3-932738-52-4

 
Auszug:
 

"...Denn diese invertierten Aufnahmen (Abb. 4 – 7) machten deutlich, dass die Sternschanze keineswegs – wie bislang angenommen – ein ursprünglicher Bestandteil der Markgräflichen Vorderen Linie war. Sie war eindeutig – entsprechend ihrer Form – taktisch als solitäre 360–Grad–Rundum–Verteidigungsanlage konzipiert. Was sich auch am einzigen, im Gelände sogar gut erkennbaren ursprünglichen Zugang zeigt, der sich überhaupt nicht am Verlauf der Linie orientiert. Die scheinbare Anbindung an die rechts an ihr vorbeilaufenden Kommunikationslinie war somit keinesfalls ursprünglicher Teil und damit auch kein geplantes Element der Linie. Es war einzig und allein die räumliche Konsequenz aus der Tatsache, dass die einstigen Bauherren ihre Sternschanze nicht nur so provokant nahe an der Territorialgrenze Vorderösterreichs anlehnten, sondern sie – was für ein Affront – direkt touchieren ließen. Dass man beim späteren Bau der Linie den einstigen Zugang nicht auch als Laufgraben integrierte und damit die Sternschanze wirklich strategisch effektiv in die Linie eingebunden hätte, zeigt, dass diese Schanze ganz bewusst von der neuen Linienführung ausgeschlossen wurde. Lediglich auf Grund ihrer unmittelbaren räumlichen Nähe musste sie angebunden werden, um den eigenen Verteidigungswert der Linie nicht zu gefährden.

Da die tatsächliche territoriale Grenze zwischen der Markgrafschaft und dem Reichsgebiet nun so nah an der Sternschanze vorbeiführte, musste im Rahmen der Vorderen Linie die dortige Kommuni-kationslinie sogar z. T. direkt auf die Grenzlinie gelegt werden, was dazu führte, dass man auch das unmittelbare Schanzenareal der Sternschanze anschnitt (Abb. 4 – 7). Dabei wurde die östlichste Stern-spitze durch den Laufgraben der Linie so geöffnet, dass ein Angreifer ungehinderten Zugang zum Innern der Anlage erhielt. Damit hätte man, wäre diese Sternschanze wirklich fester Bestandteil der Linie gewesen, deren Verteidigungswert sinngemäß selbst geschleift.

Im Gegensatz dazu fällt eben jetzt auch auf, dass beim Bau der gegenüberliegenden Redoute erkennbar schon mit der Planung ein ausreichender, auch militärisch optimal zur Verteidigung nutzbarer Abstand entlang der Grenzlinie eingehalten wurde. Damit lag – strategisch gesehen – das Hauptgewicht einer möglichen Verteidigung des Hau-Passes nicht – wie bislang angenommen – auf der nördlichen Seite der Sternschanze, sondern primär auf der südlichen Seite der eben nicht älteren, sondern ganz im Gegenteil, eben jüngeren Redoute...".

 
Weitere Informationsmöglichkeiten bieten folgende Websites:
 
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Sternschanze-mit-Bastionen.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Sternschanze-ohne-Bastionen.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Viereckschanze-Funefeckschanze-Sternschanze-Schanzen.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Sternschanze-mit-Bastionen.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Fuenfeckschanze.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Redoute-Viereckschanze.html
http://www.jugendheim-gersbach.de/Schanzen-Modellbau-Sechseckschanze.html
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Die historische Pass-Sicherung am Hau von Norden her mit SW–Blick ins Wembacher Tal (Richtung Schönau). Im Vordergrund links die Sternschanze mit der an ihr direkt verlaufenden Kommunikationslinie (auf ihr verläuft der heutige Wanderweg) und die Redoute (Viereckschanze) auf der gegenüberliegenden rechten Seite. Von dieser aus verlassen an der Nord- und Südseite gut erkennbare Kommunikationslinien (Laufgräben), die dann südwärts auf die Holder-Linearschanze und die lineare Schanzanlage bei Bürchau (Fotos unten) treffen, während die anderen entgegengesetzt nach Norden über die Passhöhe, östlich vorbei an der Sternschanze, hoch zum Wald ziehen.
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
In exponierter Kammlage errichtet, optimal an die geologischen Gegebenheiten angepasst, erweckt die Anlage auf den ersten Blick den Eindruck einer nicht fertiggestellten Redoute. Zumal ein massiver Schanzkorpus das Zentrum prägt.. Sie zieht sich als Linearschanze am Höhenkamm entlang und wurde durch einen neuen Forstweg im südlichen Teil angeschnitten. Sie endet im Norden ohne einen schützenden Graben oder Wall (möglicherweise wurde hier das Areal mit einer Kombination aus aufgeschichteten Lesesteinen und Holzstämmen/Balken geschützt). Sperrgräben sicherte die Anlagen nach Süden und Westen. Mit dem Tal ist sie durch eine Kommunikationslinie verbunden.
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
Die Bürchauer Schanzanlage war - wie auch die von Neuenweg - zum Schutz von Schönau angelegt, um so die Übergange der historischen Passwege zu sichern. Da man den französischen  Angriff über Kandern und Tegernau erwartete, lag es nahe, das Kleine Wiesental als erste mögliche Verteidigungslinie speziell zu stärken. So diente die auch heute noch beeindruckende Anlage bei Bürchau zur Sicherung des östlich davon gelegenen Dachsgrabens und des Sägebachtals, über die ein Angreifer seinen Vorstoß auf Schönau von Südwesten aus plante. Die Pass-Sicherung von Neuenweg sollte einen auf Schönau von Norden oder Westen kommenden Angriff unterbinden.
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchauu
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

Linearschanze von Bürchau
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

Linearschanze von Bürchau
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

Linearschanze von Bürchau
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linearschanze von Bürchau
 
Auffällige Steinhaufen, im ersten Moment oft als gewöhnliche „Lesesteinhaufen“ der landwirtschaftlichen Nutzung zugeordnet, entpuppen sich bei genauer Untersuchung als verstürzte kleine, ringförmige  Steinwälle oder gezielt errichtete Stein-Plateaus. Die Anordnung - sie laufen parallel wie Perlen auf einer Schnur - und die bewusste geometrische Versetzung der einzelnen Objekte im Hang zeigt eine sehr  bewusste Auswahl der Standorte, die alle in mittelbarer Umgebung der Schanzanlage bzw. in einer westlich vorgeschobenen offensichtlich zweiten Verteidigungslinie liegen.
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
Linear-Schanze von Bürchau
 

Die geographische Nähe zum „Letzbrunnen“ am „Horn“ sowie zum „Letzberg“ und zur „Letzberghalde“ bei Schönau legen jedoch auch die Vermutung nahe, dass es bereits vor der Einrichtung der Markgräflichen Linie hier in Bürchau markante Verteidigungspunkte gegeben hat, die weit aus älter sind. Denn die „Letze“ (massives Weghindernis mittels Baumstämmen an engen Taleinschnitten) von Schönenbuchen verweist - samt der heute noch dort stehenden Kapelle - auf die  blutige Schlacht zwischen Schwarzwälder Bauern und französischen Armagnaken (Armanjacken, Armegecken) im Jahre 1444.

 
Neuenweg selbst liegt ja an insgesamt an drei Pass-Straßen: Die Verbindung nach Westen ins Rheintal teilt sich im Ort in eine Verbindung über die Sirnitz nach Badenweiler, die andere Straße führt über Münsterhalden und Münstertal nach Staufen. Nach Osten geht die Verbindung über den Hau ins Große Wiesental nach Schönau und weiter über Todtnau zum Feldberg – nicht nur geographisch sehr attraktiv, sondern auch aus militärisch strategisch-taktischer Sicht ein überaus interessanter Geländepunkt.
 
Der Hau – wie die Passhöhe in Erinnerung an die Funktion als Verhau-Hindernis auch genannt wird (im Angriffsfall wurde der Weg über die Passhöhe mit gefällten Bäumen gesperrt) – gehört daher mit seinen zwei Schanzen samt Vorposten sowie deren komplett erhaltenen Kommunikationslinien (Verbindungs- und Laufgräben) zwischen den Verteidigungsanlagen (Fotos) zu den bereits intensiv erforschten Objekten von Neuenweg.
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Legende: Redoute/Viereckschanze roter Pfeil, Sternschanze (Polygonalschanze) blauer Pfeil, Kommunikationslinie zwischen Sternschanze und
Passhöhe gelbe Linie, orange: Kommunikationslinie (Vordere Linie, Schwarzwaldlinie), rot:Kommunikationslinie von der Redoute zum Dorf
 und grün: Kommunikationslinie zum östlichen Vorposten (grüner Pfeil).
 
Weitere Infos und Fotos unter:
 
http://www.jugendheim-gersbach.de/neuenweg-sternschanze-redoute.html  

http://www.jugendheim-gersbach.de/neuenweg-redoute-suedschwarzwald.html
 
 
Luftbild Erich Meyer © Archiv Werner Störk 2016
 
Der heutige Pass mit Blick auf Neuenweg. Im Vordergrund das Teilstück der Vorderen Linie mit Laufgräben (Kommunikationslinie) und der integrierten Redoute (Viereckschanze). Erstmals nachgewiesen konnte jetzt eine weitere Kommunikationslinie, die an der Südflanke der Redoute in Richtung Neuenweg hangabwärts geführt wurde (siehe Fotos unten). Das gesamte Gelände westlich vor der Redoute ist künstlich steiler modelliert, um einen Angriff von Neuenweg kommend zu erschweren. Gut erkennbar aus dieser Position von SE her ist der ursprüngliche Zugang zur Sternschanze von der Passhöhe Hau hinauf zur Schanze, an der die nachträglich errichtete Linie rechts vorbei bis hoch in den Wald führt. Der geteerte Zufahrtsweg im Vordergrund (mit Strommast und geparkten Fahrzeugen) bildete damals die Grenze zwischen dem katholisch–habsburgischen Vorderösterreich (rechte Seite) und der evangelisch–baden–durlachischen Markgrafschaft (linke Seite). Diese Grenzlinie setzte sich entlang dem heutigen Wanderpfad rechtsseitig (östlich) der Sternschanze in Richtung Wald fort.
 
 
Luftbild © Erich Meyer
 
              

Fotos & Modell © Archiv Werner Störk 2016

 
Ein maßstabgetreues Modell der Sternschanze (Polygonalschanze) vom Hau-Pass bei Neuenweg. Mit roten Punkten sind die ausspringenden Winkel und mit gelben Punkten die einspringenden Winkel gekennzeichnet. Die ausspringenden Winkel ermöglichten einen effektiven Flankenschutz der einspringenden Winkel und umgekehrt, so dass man eine effektive Rundumverteidigung der Schanze erreichte. Im Gegensatz zur quadratischen Redoute gab es bei einer Sternschanze keine toten Winkel mehr, die ein Gegner – ohne vom Abwehrfeuer der Verteidiger getroffen zu werden – zum erfolgreichen Angriff auf eine Viereckschanze nutzen konnte. Daher wurde die Redoute-Form primär als Linien–Schanze eingesetzt, da sich an der Linie die Verteidigung mehrheitlich nur auf eine Abwehrrichtung beschränkte, aus der man den feindlichen Angriff erwartet. Im Fall von Neuenweg aus Westen.
 
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 
Foto © Archiv Werner Störk 2016
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016
 
Diese Fotos dokumentieren sehr gut, dass die Sternschanze (Polygonalschanze) als Solitär mit einer eigenen Anbindung (orange) an den Hau-Passweg errichtet wurde. Interessant ist, dass die Markierung durch den Restschnee offensichtlich auch eine nachträgliche Öffnung des Hauptgrabens an der südwestlichen Stelle zeig (rot). Damit hätte die Anlage im Bedrohungs- oder Angriffsfall ihre Fähigkeit einer autarken Rundumverteidigung und damit natürlich auch jeden strategisch-taktischen Wert verloren. Vermutlich wurde der Zugang erst später aus Bewirtschaftungsgründen (z. B. um Kühen die Beweidung des Grabens und des Wallkörpers zu ermöglichen) geöffnet, damit die Tiere einen ungehinderten und gefahrlosen Zu- und Ausgang erhalten. Die blaue Linie markiert die historische kaiserliche Kommunikationslinie und gleichzeitig den Grenzverlauf. Luftbild (Ausschnitt) in Blautönen: invertiertes Foto.
 
 

Foto © Archiv Werner Störk 2016

 
                    

Fotos & Grafik © Archiv Werner Störk 2016

 
Blick auf die südlich vom Hau-Pass liegende Redoute mit ihrer bislang bekannten Kommunikationslinie (gelb), die Richtung der Holder-Linearschanze den Wald hoch zieht und im rechten Bildrand gut erkennbar einen Knick macht – ein bewusst eingebautes Element, um die eigene Flanke in Richtung Redoute durch seitliches Abwehrfeuer bestreichen und somit zusätzlich sichern zu können. In Richtung Osten wurde die ursprünglich Kuppe erweitert,– um dort einen Rückzugspunkt (blau) zu errichten, der gleichzeitig die Kommunikation mit Sichtverbindung hinab ins Wembacher Tal gewährleistete. Dazu richtete man von der Redoute aus ein zusätzlicher Laufgraben (rot) eingerichtet. Genauso wie ein weiterer Laufgraben (rot), der direkt an der südlichen Flanke der Schanze aus in Richtung Neuenweg angelegt wurde und somit die Kommunikation auch nach Westen sicherte. Dieser Vorposten war gleichzeitig aber auch der Kontaktpunkt zur Holder-Schanze und somit Mittler zu den südlich angelegten Schanzen.bzw. ins Große Wiesental. Über die zusätzliche Auswertung der invertierten Luftbilder (unten) besser erkennbar geworden ist das relativ große Areal (oben, grün), welches beim Bau der Redoute zusätzlich überformt wurde.
 

Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 

Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 

Luftbild Erich Meyer © Inv. Foto © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 

Auswertung der invertierten Luftbilder  1 - 3: rot = Kommunikationslinien, gelb = künstlich versteiltes Terrain, gut erkennbar – gelb gestrichelte Linie – der Übergang und die Auflagezone vom aufgeschütteten zum natürlichen Hangrelief), um einen Angriff aus dem Westen zu erschweren.

 
Die Redoute (Viereckschanze) auf dem Hau ist Teil jener Vorderen Linie, die als westliche Ergänzung der Hinteren Linie die Aufgabe hatte, das zwischen den beiden Abschnitten liegende Reichsgebiet vor französischen Angriffe entweder von Hüningen, Freiburg (während der französischen Inbesitznahme) oder Neu-Breisach aus zu schützen. Denn gleich mehrfach hatten die Franzosen über den Hau-Pass vorrückend u.a. auch habsburgisch-vorderösterreiche Schönau in Schutt und Asche gelegt.
 
 
            

Luftbilder (4) Erich Meyer © Grafik © Archiv & Sammlung Werner Störk 2016

 
Der Restschnee markiert ausgezeichnet den "Knick" (gelber Kreis) in der Kommunikationslinie, die südlich der Redoute den Hang hinauf zur Holder-Linienschanze läuft. Mit einer solchen Winkelbindung in der sonst gerade laufenden Linie wurde dadurch der Flankenschutz der Linie (orange) und auch der Schanze (gelb)  erhöht, da die Linie so beidseitig mit Musketen/Flinten bestrichen werden konnte.
 
                       
 
Quelle: http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_findmittel_02/labw-4-1728292/%22Neuenweger+und+Heimbrunner+Baenne%22
http://www.leo-bw.de/media/labw_findmittel_02/current/delivered/bilder/labw-4-1728283-1.jpg
 
Legende: Aufstiegsrinne Steinhofbach (hellblau), Aufstiegsrinne Rehgraben (lila), Kommunikationslinie Redoute zur Holderschanze (gelb), Holder-Linearschanze (rot), Wallgrabensperre (orange). Interessant sind die hier sehr gut erkennbaren ausspringenden Winkel (gelbe Linie), die sonst  - mit einer Ausnahme oben  - im Gelände nicht mehr gut erkennabr sind. Ganz offensichtlich wurde die ausgesprochen lange Kommunikationslinie in drei Abschnitte aufgeteilt, um so eine optimale Bestreichung der Linie nach Süden wie nach Norden sowie nach Westen zu erreichen.
 
Auf diesen fünf Seiten erfahren alle wichtigen und sehr detaillierten Informationen über die Holder-Linearschanze
und die massive Hau-Pass-Sicherung mit über 170 Fotos und Grafiken (einfach anklicken):
 
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