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Heute kaum mehr im Gelände erkennbar - einst aber beeindruckende Erdwerke.
 Der Schutz des Reichslagers und der Stadt Schönau.
 Sicherungsssteme des großen Reichslagers und der Stadt auch mit Polygonal-Schanzen.
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021.
Rekonstruktionsversuch auf der Basis des Gemarkungsplans von 1773, um die noch unbebauten Flächen besser abbilden zu können: Nördlichste Sicherung mit Sperrmauer und Wachtstation (1), Letzgraben bei Schönenbuchen (2), große Letzmauer als Talsperre auf der Oberen Mühlmatt (3), Reichslager (4,5,6), möglicher Standort einer großen  5- oder 6-Eck-Schanze (7) auf der westlichen Wiesenseite sowie mit Punkt 8 den quellenmäßig gesicherten Standort einer Letze. Mit 9 wird die große südliche Talsperre (Mauer und Graben) mit einer dort sehr wahrscheinlich stehenden Schanze markiert. Weitere zusätzliche defensive  Sicherungselemente sind bei Wembach zu vermuten sowie im Zusammenhang mit der Hau-Sicherung auch solche an der Einmündung des Wildböllenbachs bzw. am Lehbächle (Karte unten). Neu aufgenommen werden mehrere Engpässe, die vermutlich als Letzinen fungierten (10). Polygonalschanze (6-Eck) im Süden von Schönau. Standorteintragungen nicht maßstäblich.
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021.
Rekonstruktionsversuch auf der Basis des Gemarkungsplans von 1773,
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Die linke Grafik veranschaulicht die funktionalen Zuweisungen (blau) der beiden stadtnahen Schanzanlagen im Kontext des Reichslagers. Beide sicherten wichtige Zugangswege (rot/gelb), wobei die Bifang-Schanze (violett) hier den Hauptpart spielte, da sie den einzigen stadtnahen Weg von Süden überwachte und sicherte. Und damit aber auch die Zugänge nach Norden, Westen und Osten. Beide Schanzen deckten sich optimal auf kurze Distanz gegenseitig (orange) und verstärkten so die Sicherung des gesamten Talbodens sowie der Stadt und des Reichslagers (braun). Während die Hofmatt-Schanze für die logistische und kommunikative Versorgungslinie der südlichen Fortifikationslemente (grün) zuständig war, zeichnete die Bifang-Schanze für die Versorgung der nördlichen Punkte verantwortlich - also das vermutete Biwak-Lager auf dem Haideck sowie die dortigen Letzinen und Sperrelemente. Sie ist auch das wichtigste Fortifikationsmittel zur Sicherung der Stadt sowie eines möglichen Angriffs aus Westen über die zwischenzeitlich gesicherten Zugänge des Wildböllenbaches und des Lehrbächles. Das Reichslager garantiert die militärische Präsenz durch die fest stationierten Fußtruppen und die Reiterei, die schnell an jedem der neuralgischen Punkte eingesetzt werden konnten. Damit war ein Angriff auf Schönau nur mit hohen Verlusten verbunden, wenn nicht - durch die vorgeschaltete Vordere Linie - sogar unmöglich. Die recht Grafik verdeutlicht die Notwendigkeit einer dritten vorgeschobenen Schanze, welche den Zugang von Süden deckt und sichert. Gleichzeitig versorgt sie die Doppelsperre sowie die nach Norden sich anschließenden Letzinen. Um bei einem möglichen Durchbruch oder Umgehungsversuch eines Angreifers den nördlichen Raum zu schützen, ist ebenfalls eine Letzposition in dem Seitental notwendig. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass eine einzige Letzposition östlich der Galgenhalde wie bei Schlageter eingezeichnet, keine wirklich Schutzfunktion für Schönau bedeutet hätte. Die gestaffelten Verteidigungs- und Rückzugslinie zeigen eine optimale Abschnitsverteidigung und einen effektiven Schutzfaktor für Schönau.
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021.
Diese Grafik  zeigt die notwendigen Verbindungen zwischen der stadtnahen Bifang-Schanze und der Versorgungsbasis Haideck sowie den dort angesiedelten Letzinen- und Sperr-Elementen inklusive der Beobachtungs- und Wachtstation auf der Mairösleinhalde.. Aber auch die besondere Funktion, die von der südlichsten Schanze wahrgenommen wurde: Versorgungsbasis für die südlichen Sicherungselemente und die dortigen Letzinen. Das Schönauer Defensivsystem (ohne Vordere Linie) hat in Nord-Süd-Richtung eine Länge von ca.  5.000 Metern, in der Ost-West-Richtung eine Breite von ca. 3.000 Metern.
"Trotz ständiger Bitten der Schönauer wurden jedoch erst 1688 von den Kaiserlichen in Schönau eine Redoute an der Westseite des Tales und zwischen Wembach und Schönenbuchen weitere Schanzen und Wehrmauern errichtet." Quelle: Störk, Werner (2021): "Mythos Schönenbuchen und Defensivsysteme mit Letzinen, Wehrmauern und Schanzen im Schönauer Tal." pdf-Datei Linktabelle unten.
Gewöhnlich hatten sie die Gestalt eines Vierecks, auch fünfeckige Redouten finden sich. Hinter einem breiten Verhau und tiefen Graben und hohem Erdwall lag die ebene Innere, auf dem ein Blockhaus errichtet war für Unterkunft und Verteidigung.“ Quelle: Eduard Böhler (1960): „Die Geschichte von Schönau im Schwarzwald“. Rombach, Freiburg im Breisgau 1960, S. 255.

„Die Fertigstellung der Linien hatten die einzelnen Ortschaften zu besorgen, sie hatten das Holz zu liefern für Verhau und Palisaden und zur Heizung, sie hatten fortlaufend Wachen zu stellen, die Talvogtei täglich 30 Mann, 1695 sogar 205 Mann. Schönau selbst wurde zu einem befestigten Lager umgestaltet. Gegen das vordere Tal war Schönau durch Mauern und Schanzen abgeschlossen, die vom Haselbach über Brand zur Flüh bis an den jenseitigen Berghang errichtet waren. Gegen das hintere Tal war eine Absperrung gezogen bei Schönen-buchen über die Ebene. Auf der Mühlmatte wurde 1691 ein großes Lager reichtet, wozu 111 Dillenbäume*) und 6.000 Schaub*) Stroh benötigt wurden. Zimmerleute und Handfrohner mußten mithelfen. Im Jahre 1695 brannte das Lager durch Unachtsamkeit der Soldaten ab und mußte von der Talvogtei aufs neue errichtet werden. Das Lager war Winterquartier für 700 Mann und 150 Pferde des Regiments Ottingen-Spillberg aus Kurbayern, dessen Stab ebenfalls in Schönau lag. Außerdem war ein Schweizer Regiment (Bürkle) und Kursächsische Husaren in den umliegenden Dörfer und Höfen untergebracht. Das Schweizer Regiment blieb bis 1699. Es wurde abgelöst durch bayerische Soldaten und Reiter vom Regiment Zollern.“ Quelle: Eduard Böhler (1960): „Die Geschichte von Schönau im Schwarzwald“. Rombach, Freiburg im Breisgau 1960, S. 255 ff.

*) Dillenbäume = Dille = Diele: bereits zu Dielenbrettern (12 bis 35 mm starke Holzbretter) gesägte Holzstämme, Schaub = Garbe.

„Redoute wird jede ringsum geschlossene, vier- bis achteckige Schanze, d.h. von Erde aufgeworfene Feldbefestigung genannt, die aus Wall und Graben besteht und nach allen Seiten eine gleichmäßige Vertheidigungsfähigkeit besitzt. Sie eignen sich deshalb vorzüglich zur Behauptung wichtiger Punkte einer Stellung, zur Verstärkung einer Truppenaufstellung, z.B. durch Deckung der Flanke oder der Front.“ Quelle: http://www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Redoute?hl=redoute

„Als Redoute (aus dem französischen, gespr. rödūt’, ital. ridotto, vom mittelalterlichen reductus, ein Ort der Zurückgezogenheit)[1] wird im Festungsbau eine geschlossene Feldschanze bezeichnet, die nach allen Seiten von gleich starken Brustwehren umgeben ist und ausschließlich vorspringende Winkel aufweist. Die einfachste Redoute hatte einen viereckigen Grundriss und ergab bei einem Schräganschlag von 30° einen unbestrichenen Raum von 30° vor dem ausspringenden Winkel. Günstiger und kaum schwieriger zu errichten waren die späteren fünf- und sechsseitigen Redouten, die bei einem Polygonwinkel von 108° und 120° bei Schräganschlag einen unbestrichenen Raum von 12° und 0° ergaben. In größeren Redouten wurde ein Reduit (namentlich ein Blockhaus) zum Schutz gegen Wurffeuer errichtet. Das Reduit diente auch als Rückzugsort, um den Gegner nach einem gelungenen Sturm wieder aus der Redoute vertreiben zu können. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Redoute_(Festung)

"Redoute  ist eine Bezeichnung eine „trapezförmige Schanze als Teil einer Festung“, die sich in verschiedenen Namen erhalten hat." Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Redoute

"Ein Trapez (lateinisch trapezium von altgriechisch τραπέζιον trapézion, Verkleinerungsform von τράπεζα trapeza „Tisch“, „Vierfuß“ ist in der Geometrie ein ebenes Viereck mit zwei parallel zueinander liegenden Seiten. Ein Trapez heißt gleichschenklig, wenn die beiden Seiten, die nicht Grundseiten sind, gleich lang sind. Ein Trapez heißt gleichschenklig, wenn die beiden Innenwinkel an einer der parallelen Seiten gleich groß sind. Ein Trapez heißt gleichschenklig, wenn es eine zu einer Seite senkrechte Symmetrieachse besitzt. Die erste Charakterisierung schließt formal auch Parallelogramme mit ein, die aber manchmal – wenn auch nicht ausdrücklich – ausgeschlossen werden. Die letzten beiden Charakterisierungen sind gleichwertig und in diesem Fall wird das gleichschenklige Trapez wegen der Achsensymmetrie auch symmetrisches Trapez genannt. Daher sind die Innenwinkel an beiden parallelen Seiten jeweils gleich groß. Die beiden Diagonalen sind im symmetrischen Trapez gleich lang. Ein Trapez, das zwei der Eigenschaften rechtwinklig, punktsymmetrisch (Parallelogramm) und achsensymmetrisch hat, besitzt automatisch auch die dritte und ist somit ein Rechteck."  Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Trapez_(Geometrie)

 
In unserem Bereich werden als Redouten vor allem die "viereckigen" (quadratischen) Schanzanlagen wie z. B. die im winterlichen Schlechtbach (unten) bezeichnet, die - entsprechend der Anpassung an die örtlichen topografisch-geomorphologischen Gegebenheiten -  ggfs. auch ein trapezförmigen Aussehen haben können wie z. B.  die Schanze auf der Hebelhöhe (im Frühling) nördlich von Raitbach (unten).
 
 
Luftbid Erich Meyer Hasel Copyrihgt Sammlung Werner Störk 2021 
 
Luftbid Erich Meyer Hasel Copyrihgt Sammlung Werner Störk 2021  
 
Luftbild von 1968 © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg www.lgl-bw.de 2017, Az.:2851.3-A/899
Freigabe am 06.02.2017 durch Luftbildstelle des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg Stuttgart © 
Legende: Luftaufnahme 1968 von Neuenweg mit "Hau"-Pass (Ausschnitt): idealtypischer Rekonstruktionsversuch der Schanzanlagen und ihrer Kommunikationslinien inkl. der historischen Wegführung (grün). Im Verteidigungsfall wurde die an der Rauten-Redoute (gelb) der sonst an ihr außen auf der Nordseite vorbeiführende Weg gesperrt und der Personen- und Frachtverkehr durch die Schanze geleitet und kontrolliert bzw. ganz gesperrt (z. B. mit Spanischen Reitern, Verhack und Verhau, rote Rauten). Interpretiert man die beiden auf der nördlichen Straßenseite unmittelbar anschließenden nach oben laufenden parallelen Doppel-Gräben (rot) als Sperrgräben, ergäbe dies zusammen eine effektive Fortifikationseinheit. Die auch heute noch im Gelände erkennbare stark gewulstete Linie (grün) kann ein erst später entstandenes Objekt sein, im Idealfalle war es eine schon  damals bestehende Sperrlinie, möglicherweise eine mit Palisaden  versehene Schutzeinrichtung für die auf den Kuppen liegenden Schanzen, sollte vom "Hau"-Pass aus ein Angriff auf diese erfolgen. Gleichzeitig konnte so auch der Laufgraben effektiv gesperrt und verteidigt werden. Möglicherweise ist es aber nur noch ein Teilstück einer ehemals weiter in östlicher Richtung verlaufender Sperrwall mit Palisaden, der beide Anlagen schützte. Eine idealtypische Rekonstruktion würde dies nicht ausschließen. Zumal das entsprechende Feldareal so auffallend massiv bewirtschaftet (im Gegensatz zum Umfeld) wurde und wird (die "Terrassierung" plus die starke Grünfarbe als Indiz für intensive Düngung), dass sich alte Oberflächenstrukturen wohl nicht mehr eindeutig interpretierbar erhalten haben. Neu hinzugekommen in der Interpretation auf Grund der Auswertung der Luftaufnahmen plus Geländebegehungen: die südlich der Schanze auf der östlichen Kuppe verlaufende Linien-Graben-Struktur, die sich mit der Linie trifft, die vom historischen Weg in Richtung Süden läuft und keinerlei Bezüge zur Flureinteilung aufweist!
Quelle: http://minifossi.pcom.de/Schanzen-Hau-Neuenweg-Kleines-Wiesental-Suedschwarzwald-Schwarzwald.html
 
Die nachfolgende (nicht unterbetitelte) Foto-Serie dokumentiert den aktuellen Status
von den Areal des einstigen Reichslagers auf der Mühlmatt. 
 
 Foto © Werner Störk 2021  
 Foto © Werner Störk 2021   
 Foto © Werner Störk 2021   
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 Foto © Werner Störk 2021   
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 Foto © Werner Störk 2021   
 Foto © Werner Störk 2021   
5- und 6-Eck-Schanzen in der Region.
 
 
Quellen: Archiv Werner Störk 2021 
Das invertierte Luftbild (links und rechts) zeigt die Anhöhe vom „Mettlenkopf“ bei Gersbach. Im Bildmittelpunkt sind als einziges noch die Bodenspuren einer mächtigen 5-Eck-Schanze mit rund 100 Metern Durchmesser zu erkennen sowie ein westlich davon verlaufender Wallgraben  Mitte: die rekonstruierte 6-Eck-Schanze von Gersbach.
 
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021. 
Gemarkungsplan 1773 
Auswertung des Luftbildes vom 01.07.1968, Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Schönau
Wichtiger Hinweis: Die Auswertung von Luftbildern ist zunächst immer eine Interpretation, also primär eine Arbeitshypothese. 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Das Untersuchungsgebiet.   
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Die fünf einzelnen Untersuchungsgebiete. 
 
Die nördliche Sicherung des Reichslagers.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Doppelsperre: unter Linie Loetzibach- oder Letzibach-Graben, mittlere Linie: Kapellen-Letzigraben, obere Linie: großer Letzigraben..  
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Doppelsperre: unter Linie Loetzibach- oder Letzibach-Graben, mittlere Linie: Kapelle-Letzigraben, obere Linie: großer Letzigraben.. 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Noch nicht abgeklärte Bodenanomalien hangaufwärts in östlicher Fortsetzung des talbödigen Grabens.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Doppelsperre: untere Linie: großer Graben zur nördlichen Absicherung des Reichslagers, obere Linie: große Mauer zur Sicherung des Reichslagers.  
 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Doppelsperre: untere Linie: großer Graben zur nördlichen Absicherung des Reichslagers, obere Linie: große Mauer zur Sicherung des Reichslagers. 
 
 
Quelle: Google 2021 Grafik © Werner Störk 2021          
Um die auf der Talsohle errichteten Defensivsysteme optimal zu schützen, ist die Absicherung über ein umfassendes Beobachter- und Kundschafter-System erforderlich. Als Arbeitshypothese grafisch gestaltet, die dafür jeweils notwendigen "Aussichtspunkte", welche im direkten Sichtkontoakt miteinander, aber auch mit den jeweiligen Schanzen, Wehrmauern und Graben-Systemen auf schnellstem Weg kommunizieren können. Mit gelben Kreisen markiert: bestätigte Kommunikationspunkte. Da die Beobachtungspunkte nicht immer mit festen Blockhütten - z. T. sogar mit auf Steinfundamenten errichtet wie auf der Mairösleinhalde - ausgestattet wurden, ist der Nachweis heute sehr schwierig. Die Grafik versucht daher, eine  idealtypische Struktur aufzubauen. Dabei ging es nicht darum, nur das Haupttal zu observieren, sondern auch mögliche Zustiege aus den Seitentälern. Erst mit der Errichtung der Vorderen Linie mit einer massiven Sperrriegel auf dem Hau und Eck konnte sich Schönau sicherer fühlen, da nun auch ein überraschender Angriff aus Westen - wie 1634, 1677 und 1678 - nicht mehr möglich war. Die sehr starke Sicherung des Reichslagers nach Norden hin belegt auch, dass man von dort einen möglichen Angriff erwartete.
 
 
Die neuentdeckte 6-Eck-Schanze im Süden von Schönau.
 
Im Rahmen einer Überprüfung von 18 historischen Luftaufnahmen, die als Postkartenmotive dienten, konnten 3 Motive für die Forschungsarbeiten herangezogen werden. Ein Motiv zeigt - bedingt durch einen günstigen Sonnenstand und Aufnahmewinkel - den gut erkennbaren Umriss einer markanten 6-Eck-Fläche, die ich als Schanzenstandort identifiziere. Vor allem der strategisch optimal gewählte Standort sowie die Nähe zu mehreren Letzinen-Stellen lassen für mich diesen arbeitshypothetischen Schluß zu.  Ein Abgleich mit der Luftaufnahme von 1968 sowie gewisse Auffälligkeiten im Flurbild werte ich als Indizien für die dortige Anlage, die eine wichtige Schutzfunktion übernahm. Gleichzeitig bestätigt sie meine bereits anfänglich gemachte Annahme, dass es an diesem strategisch wichtigen Durchlass einen Kontrollpunkt gegeben haben muss.
 
 

Original-Zeichnungen © Alexander Beichert 2004, Webdesign © Werner Störk 2004 Grafische Darstellung über das TopSolid-Viewer-Programm (Missler Software)  mit den Einzeldarstellungen Top, Perspective, Isometric, Wire Mode,  Shaded Mode und Realistic Mode  Alle Grafiken unterliegen dem Copyright

Im Vorfeld der praktischen Umsetzung der geplanten Schanzenrekonstruktion in Gersbach erfolgte eine intensive Auseinandersetzung mit der Konstruktion einer 6-Eck-Schanze, welche nach historischen Quellenangaben auf Grund der relativ kurzen Segmente zu den stabilsten Schanzenkonstruktionen überhaupt zählt und bei einer guten Verzahnungsqualität der jeweiligen Bodenzusammensetzung eine sehr beständige Form garantiert.
 
 
Quelle: Google Earth 2021             
Die Gersbacher Barockschanze (1).
 
 
Quelle: Google Earth 2021       
Die Gersbacher Barockschanze (2).
 
 
Quelle: Google Earth 2021       
Die Gersbacher Barockschanze (3).
 
 
Luftbild © Erich Meyer
Die von mir mitgeplante Rekonstruktion einer 6-Eck-Schanze auf dem Gersbacher Scherentann im Maßstab 1:1 und mit ca. 60 Metern Durchmesser.
 
Sammlung & Grafik © Werner Störk 
 Historische Luftbild-Postkarte (nicht datiert) mit 6-Eck-Grundriß.
 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten©Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Das neue Untersuchungsgebiet im Luftbild von 1968 (1).
 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten©Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.   

Das neue Untersuchungsgebiet im Luftbild von 1968 (2).
 
Quelle: Geoportal LiDAR BW 2021            
Bei Bau der Sportanlagen wurden massive Eingriffe in die bestehende Felsstruktur vorgenommen, die hier weit in das Tal hineinreichte und auf der westliche Seite nur eine sehr enge  Durchlassstelle besaß, die mit wenigen Kräfte dennoch gut gesichert werden konnte. Auf der östlichen Seite sah es dagegen durch den ´dort breiteren Talboden ganz anders aus: hier hätte nicht nur Fußtruppen, sondern vor allem auch Reiter sogar in Formation eine massiven Angriff durchführen können, den man ohne nahe Schanzanlage nicht abwehren könnte. Gleichzeitig wäre damit aber auch unmittelbar das Reichslager bedroht worden. Aus strategisch-taktischen Gründen war hier der "Einbau" einer Schanze überlebenswichtig: für das Reichslager wie auch für die Stadt selbst.
 
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021            
Die 6-Eck-Anlage wurde an einem strategisch entscheidenden Zugangspunkt nach Osten, Westen und Norden angelegt.
 
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021            
Fortifikatorisch war diese 6-Eck-Schanzanlage für den gesamten Schönauer Raum entscheidend .
 
 Grafik © Werner Störk 2021            
Die drei Schanzenstandorte - strategisch optimal ausgewählt sichern sie die wichtigsten Verkehrswege.
Quelle: Historische Karte von 1903
Das Areal der Vorderen Hofmatt.

Schon 1488 wird auf den militärisch strategisch wichtige Engpass im Bereich Buchenbrand und Hofmatten hingewiesen: „mettlin, nempt man dz wygerli, stoß hinvus an die letzi vun hin df an den buchgrand und hinein in die Hofmatten“ Quelle: Schlageter, Albrecht (1988): „Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Täler im Umkreis des Berges (Münstertal. Großes und Kleines Wiesental)“, in: Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, 50.1988, Heft 1.1988, Seite 80.

 
Quelle: Google Earth 2021    
Das neue Untersuchungsgebiet in Blickrichtung Norden.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Das neue Untersuchungsgebiet in Blickrichtung Süden.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Blick nach Westen
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Blick nach Osten.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Das Bild vermittelt gut die strategische Bedeutung der Schanze.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Gestaffelte Abschnittsverteidigung und stufenweise Defensivtaktik.
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021. 
Der Gemarkungsplan von 1773 verdeutlicht, die damals sehr enge Passage (rot) des zur Stadt führenden Weges und die breite östliche Flanke der Talsohle (schwarz). Schon 1488 wird auf den militärisch strategisch wichtige Engpass im Bereich Buchenbrand und Hofmatten hingewiesen: „mettlin, nempt man dz wygerli, stoß hinvus an die letzi vun hin df an den buchgrand und hinein inndie Hofmatten“ Quelle: Schlageter, Albrecht (1988): „Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Täler im Umkreis des Berges (Münstertal. Großes und Kleines Wiesental)“, in: Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur, 50.1988, Heft 1.1988,Seite 80.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Letzpositionen westlich und östlich der Wiese (1).
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Letzpositionen westlich und östlich der Wiese (2).
 
Quelle: Geoportal LiDAR BW 2021 Grafik © Werner Störk 2021                
Letzpositionen westlich und östlich der Wiese (3).
 
Quelle:Geoportal LiDAR BW 2021 Grafik © Werner Störk 2021               
Vier geeignete Letzpositionen.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Der markante Kontroll- und Durchlasspunkt als optimale Letze - auch heute noch ein exponierte Landmarke.
 
Quelle:Geoportal LiDAR BW 2021             
LiDAR-Prüffall Letze.           
 
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Vier Letzpositionen.  
 
Quelle: Bendicht Tschachtlan Berner Chronik Zentralbibliothek Zürich
"Fällen von Bäumen durch die Züricher zur Erstellung einer Letzi 1443"
Der Blick auf die zeitgenössisch korrekten Waffentechnik-Darstellungen eidgenössisch-kriegerischer Auseinandersetzungen ermöglichen die Schweizer Bilderchroniken des 15. und 16. Jahrhunderts, Zürich, (1941) mit der Berner Chronik 1570, der Amtlichen Berner Chronik 1478 und 1484, der Privaten Berner Chronik 1484, der Chronik der Burgunderkriege 1480, der Züricher Chronik 1506, der Amtlichen Luzerner Chronik 1515, der Eidgenössischen Chronik 1514 sowie der Schweizer Chronik 1576. Hier ist es besonders interessant und ertragreich, die Illustrationen des Zeitabschnittes von 1430 – 1450 heranzuziehen. insbesondere die von 1444, welche die legendäre Schlacht an der Birs und St. Jakob abbilden – z. B. eben auch bereits mit Feuerwaffen, die auf dem Tafelbild von Schönenbuchen völlig fehlen.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

In der Auswertung der Luftaufnahme von 1968 zeigen sich hier südlich der Sportanlagen deutlich Spuren von Erosionsrinnen , die von einem alten Wiesemäander stammen können. Auch das nach Westen geschlossene und nur durch den Straßenbau (auf höherem Niveau) durchschnittene Baumkronenbild lässt den hydrologisch naheliegenden Schluss zu, dass die hier bestehende geomorphologische Erhebung früher schon zum Umlaufberg wurde und die Wiese je nach Wasserstand möglicherweise sogar beidseitig verlief. Die Gesamtsituation der Schanzwerke und Letzinenstandorte lässt jedoch die Arbeitshypothese reifen, dass bei der Anlage der Schanzen und des Reichslagers der Wieseverlauf (natürlich ohne den Gewerbekanal) bereits östlich der Buchenbrand-Kuppe lag.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Spuren von Erosionsrinnen eines ehemaligen Bach-/Flusslaufs.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Möglicher frühere Verläufe der Feldbergwiese (dunkelblau), heutiger Verlauf (blau), Gewerbekanal (hellblau), Buchenbrand als Umlaufberg.
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Entsprechend den historischen Konditionen für eine erfolgreiche Fortifikation im Süden hätte man idealerweise
Schönau so befestigt und damit optimal geschützt.
 
 Quelle: Landesarchiv_Baden-Wuerttemberg_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Schoenau_LOe_1_Bild_1_(4-1747719)-.Zusatzeinträge Werner Störk Copyright 2021.
Die Schanzen sicherten beidseits der Wiese den gesamten Zugangsbereich - wobei die Wiese mehrheitlich eher auch als Furt genutzt werden konnte - insofern war die Sicherung der östlichen Talseite auch kein Problem. Wichtig war primär der Schutz der auf der Westseite liegende Hauptwege, insbesondere dort, wo Letzinen (blau) beidseitig für wichtige defensive  Verteidigungspunkte sorgten.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Man könnte die auffällige Bodenverfärbung als Reste zweier Segmente einer Polygonalschanze (5-Eck) deuten.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Der mögliche Standort würde alle strategisch-militärischen Schutz- und Sicherungsfunktionen für die Stadt und den wichtigsten Zugangsweg erfüllen.
 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg E-Luftbilder 01.07.1968 Bild-Nr. 295/417, Maßstab 1:12.000, Genehmigung zur Verwendung innerhalb der Homepage: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Mail vom 06.04.2021. Copyright: Geobasisdaten © Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), Grafik & Sammlung Werner Störk 2021.  

Die zwei Segmente könnte auch Teile einer 6-Eck-Schanze gewesen sein.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Schanzen-Standorte.
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Schanzenstandorte (rot) und Letzinen (gelb) mit Südspitze des Reichslagers (hellgrün).
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021           
Die Versorgungs- und Zuständigkeitsbereiche der drei Schanzen inklusive der logistischen Basis von Haideck - ohne die eine optimale Versorgung der nördlichen Fortifikationselemente nicht gewährleistet wäre. Wobei die Anzahl der dortigen Letzinen nicht als Gesamtheit bewertet werden kann, da nur bestimmte Letzstandorte zu bestimmten Zeiten aktiviert waren. Allein die räumliche Ausdehnung des zu schützenden Gebietes machte die Einrichtung von den drei Schanzen notwendig, wobei die beiden stadtnahen Polygonalschanzen den Schutz der Stadt sowie des Reichslagers übernahmen, während die südliche Schanzen die Versorgung und Sicherheit der südlichen Fortifikation garantierte. Die Fortifikation folgt logischen und daher vor allem auch mathematischen Grundregeln, die sich nicht nur in der architectura militäris verwirklichen, sondern auch im logischen Zusammenspiel der einzelnen Fortifikationselemente. In diesem Fall auch der Staffelung der Letzinen, die natürlich auch rund um die Uhr besetzt und überwacht werden mussten. Gleichzeitig musste die Kommunikation zwischen Letzinen und Schanzen gesichert sein - dazu standen berittene Kuriere zur Verfügung. An den jeweils äußersten Flanken waren Kundschafter eingesetzt, um die Annäherung von feindlichen Truppen rechtszeitig nach Schönau zu melden. Es verwundert  auch nicht, dass für die Bewachung des Reichslagers und die Besetzung anderen Kontrollpunkte z. T. über 200 Mann aus Schönau und Todtnau (entsprach dem durchschnittlichen Milizkontingent, das Schönau und Todtnau dem Hauensteiner Landfahnen zu stellen hatte) abgestellt werden mussten. Belegt war das Reichslager mit 750 Mann und 150 Pferden von den kursächsischen Husaren (bis 1697). Die Offiziere waren überwiegend in "Privatquartieren" zwangseinquartiert und nicht nur in Schönau, sondern auch in den umliegenden anderen Weilern und Ortschaften untergebracht. „Eine sehr harte Zeit brachten die Jahre 1688 –1698 für Schönau, Wem-ach, Todtnau, Fröhnd und Wieden. Auf der Mühlmatt war ein Lager aufgeschlagen, in welchem sich das Fußvolk aufhielt. Die Reiter quartierten sich in den Bauernhöfen ein und betrugen sich auf eine, für Fremdestruppen unschickliche Weise. So sollen sie ihre Pferde in die Wohnstuben gestellt und die Einwohner in die Ställe getrieben haben.“ Die zwei Kreismarkierungen (orange) bilden die beiden Kernbereiche der primären Schutz- und Sicherungszone ab: die Stadt, das Reichslager sowie die Brücken- und Wegeverbindungen. Sie decken sich gegenseitig und überschneiden sich - somit ist eine optimale Schutzfunktion gewährleistet.
 
"Prüf- und Verdachtsfall" auffällige Polygonalstruktur im Gewann Untere Mühlmatt.

Eine intensive Überprüfung erforderte der "Prüf- und Verdachtsfall" der polygonal-schanzenähnlichen Struktur auf der Unteren Mühlmatt, die heute als Tiefbrunnen für Schönau dient und als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen ist. Sie wurde - wie die dafür notwendigen umfangreichen Recherchen belegen - 1960 eingerichtet.. Ihre Form samt ausgeprägtem Wallkorpus erinnert stark an die historischen Vorbilder jener 5-Eck-Schanzen, die auch in der Zeit des Reichslagers (auf dessen historischem Areal dieses Objekt steht) hier üblich waren. Die Lage direkt auf dem südlichen Gelände des Reichslagers und an strategisch optimaler Stelle nach dem Talein- sowie an dem Brückenübergang erfüllten auf den ersten Blick hin alle Voraussetzungen für einen ideal gewählten Schanzenstandort. Wurde die Tiefbrunnen-Anlage womöglich auf dem Standort einer historischen 5-Eck-Schanze errichtet? Die zweckentfremdende multifunktionale und multiepochale "Umwidmung" von Schanzanlagen ist in unserer Region ja hinlänglich bekannt.

Da in den angefragten Ämtern und Behörden aktuell coronabedingt nicht zeitnah gearbeitet werden konnte, trafen die für eine umfassende Bewertung entscheidenden Unterlagen wie  z. B. historische Katasterpläne sowie Planungs- und Konstruktionszeichnungen für die Tiefbrunnenanlage erst vor wenigen Tagen ein. Ein Abgleich sowie mehrere Nachfragen bei den dafür zuständigen Stellen zeigten dann jedoch, dass es sich tatsächlich um eine moderne Anlage aus dem Jahre 1960 handelt und nicht wie zunächst angenommen, um eine historische Anlage. Die auffallend komplexe geometrische Polygonal-Struktur war - so die Recherchen - den schwierigen Verhandlungen mit den einzelnen Grundeigentümern geschuldet, die für das wichtige Vorhaben dennoch möglichst wenig Land abgeben wollten - obwohl es dabei primär um die qualitative und quantitative Sicherung der Trinkwasserversorgung für ganz Schönau ging. Interessante Feststellung zum Schluß: mir liegen die Originalpläne des Fortführungshandrißes vor und in diesen fehlen die notwendige Messpunkte für den umgebenden Ring-Wallkorpus komplett... gab es doch möglicherweise doch bestehende Geländepunkte, die sich für diese Form-Lösung als feste Messmarken anboten?

 
Quelle: Google Earth 2021  
Die ins Auge fallende polygonale 5-Eck-Form. 
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021  
Gelb markiert das Areal des historischen Reichslager - im Südwesten die auffällige 5-Eck-Form.
 
Quelle: Google Earth 2021   
Aus der Vogelperspektive: die schanzenähnliche Struktur. 
 
Quelle: Google Earth 2021   
Die Polygonalstruktur mit schanzenähnlichen Wallkorpus-Segmenten. 
 
Quelle: Geoportal BW Grafik © Werner Störk 2021               
Auch im Flurbild auffällig - erst im Abgleich mit den historischen Katasterpläne von 1894 - die zur Untersuchung leider sehr später erst zur Verfügung standen -
wird klar, dass es sich hierbei nicht um eine alte Flurstruktur handelt, die sich gerne an Fortifikationslinien als Landmarken orientierten.
 
Quelle: Landratsamt Lörrach, Vermessung & Geoinformation, Copyright 2021
Atlas der Gemarkung Schönau 1834 - 1899
 
Quellen: Geoportal BW Grafik & Google Earth © Werner Störk 2021               
Ein fast perfektes 5-Eck. 
 
Luftbid Erich Meyer Hasel Copyrihgt Sammlung Werner Störk 2021   
Auch im Luftbild täuscht das Tiefbrunnen-Areal eine Schanze vor. 
 
 
Luftbid Erich Meyer Hasel Copyrihgt Sammlung Werner Störk 2021  
Auf den ersten Blick: scheinbar eine Schanze mit ausgeprägtem Wallkorpus und angedeutetem Graben. 
 
 
Quelle: Google Earth 2021 Grafik © Werner Störk 2021   
So sähe - rein hypothetisch - die Rekonstruktions-Skizze als Schanzanlage aus. 
 
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