AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler FöbbS -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

FöbbS-Abschlussbericht
Schuljahr 2006/2007
 Werner Störk, AG- und Projektleiter 
 Aus der Praxis - für die Praxis
Berichte aus der Arbeit der AG MINIFOSSI
Ein kleiner Einblick in unsere Aktivitäten, Projekte und Forschungsergebnisse
Im Schuljahr 2006/2007 bestand die AG aus insgesamt 10 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 - 10 
mit 6 Mädchen und 4 Jungen, die ein spezielles Aufnahmeverfahren (vergleiche Abschlußbericht 2004/2005)
durchlaufen bzw. mehrheitlich bereits in der AG MINIFOSSI mitgearbeitet hatten (bis zu drei Jahren). Als 
Gäste arbeiteten weiterhin zwei Schüler aus der Schule Tüllinger Höhe aus Lörrach-Tüllingen im Rahmen un-
serer bereits bestehenden schulischen KOOP mit.
Im Rahmen von Patenschaften mit anderen Schulen wird unser Wissen und unsere Arbeit auch für andere auf-
geschlossen und erweitert. 
Ein internationales Netzwerk von fachwissenschaftlichen Einrichtungen unserer KOOP-Partner sichert aktuelle 
und für uns wichtige Erkenntnisse und Forschungsergebnisse, die umgehend in unsere Arbeit einfließen und 
einen qualitativ hohen Level gewährleisten. Unsere Ergebnisse werden daher auch immer im Internet veröffent-
licht und sichern so den freien Zugang für weitere Untersuchungen - auch für unsere KOOP-Partner.
Die fachhistorische Begleitung der Leader+ Projekte in Gersbach auf der Basis unserer Forschungsergebnisse
hat die historisch authentischen Rekonstruktion einer Barockschanze in Form experimentelle Archäologie vor-
bereitet und begleitet. Dieses KOOP-Projekt unserer Schule mit der Leader+ Planungsgruppe und dem Förder-
verein Gerisbac ist natürlich eine besondere - auch zeitaufwendige - Herausforderung, der wir uns aber gerne 
und mit Erfolg stellen - gemäß dem Leitsatz: Fördern und fordern. Gleichzeitig ist dies eine einzigartige Chance,
unsere fachtheoretischen Arbeitsergebnisse in der Praxis zu überprüfen (siehe unten). 
Diese flossen dann konkret in den Bau von großen Diorama-Modellen ein, um so die rein defensiven Verteidi-
gungstechniken der Schwarzwälder Schanzbauern erstmals in 3-D bildhaft umsetzen zu können. Auch hier 
bewegten wir uns auf absolutem Neuland - was für alle Teilnehmer spannend und sehr ertragreich war. Dabei 
war die interdisziplinäre Vernetzung aller beteiligter Fachbereiche die wichtigste Grundlage für ein erfolgreiches 
Arbeiten (siehe unten)
Eine weitere fachhistorische Begleitung im Rahmen der Leader+ Projekte in Gersbach ist das geplante Wald-
Glas-Zentrum, das ebenso wie das Projekt Barockschanze auch im Rahmen der KOOP zwischen Schule und
Gemeinde bzw. den verantwortlichen Gremien und Vereinen läuft. Auch hier können wir erstmals alle Erkennt-
nisse unserer fachpraktischen Feldarbeit umsetzen und einbringen. Ebenfalls können wir so auch gewährleis-
ten, dass unsere zahlreichen Oberflächenfunde sachgerecht gelagert und optimal präsentiert werden können.
Beide Bereiche - Barockschanze und Wald-Glas-Zentrum - sind einmalige Chancen für uns als Schüler-AG, un-
ser in 10 Jahren angeeignetes Fachwissen gezielt und praxisnah einzubringen und umzusetzen: Pädagogisch,
didaktisch-methodisch und fachwissenschaftlich ein Traum und Krönung unserer 25-jährigen Projektarbeit.

Im naturwissenschaftlichen Bereich - in der konkreten Kombination der Fachbereiche Biologie und Fortifikation -

haben sich völlig neue Aspekte ergeben, deren nachhaltige Auswirkungen auf die aktuelle Forschung absehbar 

sind. Wir leisten einerseits Grundlagenforschung, transferieren aber unsere Ergebnisse auch in die aktuelle Fach-

diskussion. Als ein exemplarisches Beispiel hier ein solches Projekt: Die Wasserkastanie oder Wassernuss - 

natürliches Vorbild für eine defensiv-orientierte Verteidigung? Oder: Was hat der Wolfanker mit der Wolfsangel 

zu tun?

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2007/2008 beginnt ein völlig neuer Arbeitsabschnitt: Die gesamte AG wird per-

sonell ganz neu zusammengestellt. Mit Info-Veranstaltungen werden die Schüler der Klassenstufe 7 über das Pro-

jekt informiert und in Zusammenarbeit mit den Klassen- und Fachlehrern ausgewählt. Eine achtwöchige Probezeit

soll zeigen, ob sich ein neues, auf mindestens zwei bis drei Jahre ausgerichtetes Team schmieden lässt.

Die nachfolgenden (veröffentlichten) PR-Berichte sollen dem Leser einen zusätzlichen Einblick in unsere Projekt-
Arbeit ermöglichen. 

Abschließend danken wir allen, die uns Arbeit begleiten und unsere Projekte unterstützen. Die jetzigen Projekte 

sind auch unsere zukünftigen und werden erst Ende 2008/2009 abgeschlossen werden.

Fotos © Werner Störk 2007

Experimentelle Archäologie und einzigartig in Europa: Der Nachbau einer detailgetreuen und 
historisch authentischen Schanze der Schwarzwald-Linie des Markgrafen Ludwig Wilhelm von 
Baden, dem legendären Türkenlouis. Die "Linie" führt von Bad Säckingen über Gersbach bis 
nach Heidelberg - mehr als 200 km über Passhöhen und durch die Täler des Schwarzwaldes.
Die AG Minifossi zeichnet für die komplette Grundlagenforschung, die Ausarbeitung von de-

taillierten 2- und 3-D-Zeichnungen, die Digitalisierung der Daten sowie die fachliche Beglei-

tung des Projektes verantwortlich: Ein für uns einzigartiges Projekt und eine einmalige Chance ...

..
Die Vorderer Linie zwischen Tegernau und Neuenweg
Das Kleine Wiesental wird für die nächsten zwei Jahre zum Mittelpunkt der Forschungsarbeiten der 
AG Minifossi. Ziel dieser umfassenden kulturhistorischen Untersuchung ist einerseits die komplette 
Rekonstruktion der sog. „Vorderen Linie“ , einer Verteidigungslinie des Markgrafen Ludwig Wilhelm 
von Baden, die er als Befehlshaber der habsburgisch-kaiserlichen Oberrhein-Truppen um 1700 er-
richten ließ. Andererseits wird sich das Jungforscher-Team auch auf Spurensuche der Waldglas-
hütten und des Bergbau konzentrieren. Erste Voruntersuchungen zeigen, dass auch das Kleine 
Wiesental reich an solchen historischen Zeitzeugen ist.
Die „Vordere Linie“ führt mit einer stark gesicherten Schanzlinie von Zell über Adelsberg auf den Zeller
Blauen, von dort  über den Hirschkopf, vorbei an Bürchau und auf den „Hau“, der Paß-Sicherung bei 
Neuenweg mit seiner markanten Sternschanze. Um diesen südlichsten Teil der „Vorderen Linie“ zu 
komplettieren, ist es notwenig, alle noch existierenden Spuren zu sichern und auch zu dokumentie-
ren. Dabei setzte die AG Minifossi wieder auf die bewährte Unterstützung durch die zuständigen 
Revierleiter, aber auch auf die profunden Kenner ihrer Dörfer und deren Geschichte - den Heimatfor-
schern und Dorfchronisten des Kleinen Wiesentals.
Zu den bereits intensiv erforschten Objekten zählt die Paß-Sicherung von Neuenweg mit ihren zwei 
Schanzen und Vorposten sowie komplett erhaltenen Kommunikationslinien (Verbindungs- und Lauf-
gräben) zwischen den Verteidigungsanlagen. Auch die Rolle von Johann von Markloffski, einem ab-
wechselnd mal in  kaiserlichen, dann in bayerischen und schließlich auch in sächsischen Diensten
stehenden Berufssoldaten und Fortifikationsoffiziers, der 1648 geboren und 1691 in Dresden ermor-
det wurde, ist bereits geklärt: Das historisch wertvolle Buntsandstein-Epitaph an der Ostseite der 
Neuenweger Kirche erinnert an sein Leben - wobei sein Tod immer noch Rätsel aufgibt. Trotz inten-
siver Suche und der Auswertung vieler Hinweise im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden wur-
den die entscheidenden schriftlichen Urkunden offensichtlich direkt nach seinem unnatürlichen Tod 
gezielt entnommen. Da er einer Familie aus altem europäischen Adel entstammte, die unmittelbar 
auch am Prager Fenstersturz (Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg) beteiligt war, muss wohl ein 
großes Interesse daran bestanden haben, die wirkliche Umstände und möglichen politischen Hinter-
gründe seines Ablebens der Nachwelt zu verschleiern.
Die Schanzanlagen von Bürchau weisen Besonderheiten, die immer noch Rätsel aufgeben. In expo-
nierter Kammlage errichtet, optimal an die geologischen Gegebenheiten angepasst, ist die Anlage
jedoch nicht vollständig fertig gestellt worden. Sie zieht sich am Höhenkamm entlang, wurde durch 
einen neuen Forstweg im südlichen Teil angeschnitten und endet im Norden ohne einen schützenden 
Graben oder Wall. Ein Sperrgraben sicherte die Anlagen nach Süden und Westen. Derzeit wird sie 
intensiv von der AG Minifossi untersucht, die damit ihre Forschungsarbeiten über die „Vordere Linie“
intensivieren.
Auffällige Steinhaufen, im ersten Moment oft als gewöhnliche „Lesesteinhaufen“ der landwirtschaftlich-
en Nutzung zugeordnet, entpuppen sich bei genauer Untersuchung als verstürzte kleine, ringförmige 
Steinwälle und gezielt errichtete Stein-Plateaus. Die Anordnung - sie laufen parallel wie Perlen auf einer 
Schnur - und die bewusste geometrische Versetzung der einzelnen Objekte im Hang zeigt eine sehr 
bewusste Auswahl der Standorte, die alle in mittelbarer Umgebung der Schanzanlage bzw. in einer 
westlich vorgeschobenen zweiten Verteidigungslinie liegen.
Fotos © Werner Störk 2007
Die Paß-Schanze von Bürchau - unser aktuelles Forschungsprojekt
..
Waren es die Fixierungen für Holzpalisaden und aufgebaute Hindernisse wie speziell gelagerte 
Baumstämme, die man bei Feindangriff auslöste und die als so genannte Stammlawinen gefür-
chtet waren? Sind es Reste von vorgeschobenen Unterständen? Oder von Vorposten? Weitere 
Untersuchungen werden hier Licht in das geschichtliche Dunkel bringen.
Die Bürchauer Schanzanlage war - wie auch die von Neuenweg - zum Schutz von Schönau an-
gelegt, um so die Übergange der historischen Paßwege zu sichern. Da man den französischen 
Angriff über Kandern und Tegernau erwartete, lag es nahe, das Kleine Wiesental als erste mög-
liche Verteidigungslinie speziell zu stärken. So diente die auch heute noch beeindruckende An-
lage bei Bürchau zur Sicherung des östlich davon gelegenen Dachsgrabens und des Sägebach-
tals, über die ein Angreifer seinen Vorstoß auf Schönau von Südwesten plante. Die Paß-Sicher-
ung von Neuenweg sollte einen auf Schönau von Norden kommenden Angriff unterbinden.

Die geographische Nähe zum „Letzbrunnen“ am „Horn“ sowie zum „Letzberg“ und zur „Letzberg-
halde“ bei Schönau legen jedoch auch die Vermutung nahe, dass es bereits vor der Einrichtung
der markgräflichen Linie hier in Bürchau markante Verteidigungspunkte gegeben hat, die weit 
aus älter sind. Denn die „Letze“ (massives Weghindernis mittels Baumstämmen an engen Talein-
schnitten) von Schönenbuchen verweist - samt der heute noch dort stehenden Kapelle - auf die 
blutige Schlacht zwischen Schwarzwälder Bauern und französischen Armagnaken (Armanjacken, 

Armegecken) im Jahre 1444.

Die große Schanzenausstellung der AG Minifossi vom 22.07. - 18.11. im Städtischen Museum 
Schopfheim wird erstmals diese Taktik und Strategie mit der Einrichtung von Hagen, Hauen und
Letzen - speziell für den südlichen Schwarzwald - in Form von großen Raummodelle zeigen.
Foto © Werner Störk 2007
Heute wie vor 300 Jahren: Die strategisch wichtige Sicherung des Paßweges bei Neuenweg,
links die berühmte Sternschanze, rechts die eindrucksvolle Redoute (Viereck-Schanze)
..
Raubgräberei und Denkmalschutz
Auf der Gemarkung von Gersbach finden sich auf relativ kleinem Raum eine Vielzahl historischer
Bodendenkmäler, seien es Spuren von Glashütten, von Schanzen oder vom Bergbau.  Durch eine
intensive Untersuchung des Gebietes ist es der AG Minifossi immer wieder gelungen, im Oberflä-
chenbereich erstaunliche Funde zu sichern. Grabungen sind für die Schülergruppe grundsätzlich 
tabu. Eine bereits zehnjährige, enge Kooperation sichert dem LDA nicht nur die Funde und damit
eine wissenschaftliche Auswertung, sondern gewährleistet auch die Einbindung in ein regionales
Fachwissen.
Nach dem  Drogen- und Menschenhandel ist der Handel mit illegalen Kulturgütern der drittgrößte
Schwarzmarkt der Welt. Summen in Milliardenhöhe werden umgesetzt. Das Geschäft mit geplünd-
erten Kulturgütern blüht. Spektakuläres Beispiel ist die aktuell in Basel ausgestellte „Himmelsschei-
be von Nebra“. „Auch Ebay hat mit dazu beigetragen, dass sich viele mit illegalen Funden Hoffnung
auf einen schnellen Euro machen. Aber auch private Sammler aus der Schweiz zeigen immer wie-
der großes Interesse an Funden aus dem Südschwarzwald“, berichtet der Leiter der AG Minifossi, 
Werner Störk. Daher verwundert es nicht, dass in der letzten Zeit ist auch im Raum Gersbach ge-
zielte Raubgrabungen gegeben hat. Die Spuren sind unübersehbar und erinnern - im doppelte Sin-
ne - an die nächtliche Futtersuche von Wildschweinen.
Der raubgräberische Eingriff in einen Fundort ist bildlich gesehen wie der gewaltsame Einbruch in 
eine große Bibliothek, in der aber nur das schönste und wertvollste Buch gesucht wird. Auf der 
Suche nach diesem besonderen Buch werden alle anderen Bücher  wahl- und achtlos auf dem 
Boden zerstreut, zertreten, zerstört. Und schließlich werden aus dem so gefundenen Buch auch
nur die schönsten Seiten herausgerissen. Bezogen auf einen solch geplünderten Fundort heißt 
das, dass er damit jeden wissenschaftlichen Aussagewert verloren hat.
Daher hat das Landesdenkmalamt auf Grund der neuen Funde der Minifossi entschieden, bestimm-
te Gersbacher Fundorte jetzt als Grabungsschutzgebiete auszuweisen. Dies ist laut dem Denkmal-
schutzgesetz nur bei „Kulturdenkmalen von besonderer Bedeutung“ möglich. Schwere Verstöße 
können als Ordnungswidrigkeit mit einer Strafe in Höhe bis zu 250.000 Euro geahndet werden.
Um die in Frage kommenden Flächen optimal zu schützen, wurden im Rahmen einer gemeinsamen 
Begehung die Fundorte kartografisch und Vorort besucht. Zusammen mit dem Gersbacher Revierleiter, 
Jörg Gempp, den Experten von Landesdenkmalamt sowie dem AG-Leiter Werner Störk wurden alle 
Minifossi erforschten Fundorte noch einmal überprüft und eingehend bewertet.
Raubgräberei nicht nur ein Raub eines Gegenstandes, nicht nur die Plünderung eines Fundortes und 
die unwiderrufliche Auslöschung von wertvollem fachlichem Wissen: Es ist auch der „Raub der Ver-
gangenheit“, das Klauen kultureller Identität und die unwiderrufliche Vernichtung von wertvollem Kul-
turgut unserer Region.
Wanderglashütten und Glaskränzlein
Neben den Bauern, den Bergleuten und den Köhlern waren die Gersbacher Glaser ein wichtiger Pfeiler
der einstigen Gersbacher Berufs- und Bevölkerungsstruktur. Ihre Herstellung des grünen Waldglases 
prägte wesentlich die kulturelle Geschichte im südlichen Schwarzwaldes. Später oft verwoben in ver-
wandtschaftlichen Beziehungen zu den umliegenden Dörfern, zeugen heute, neben Flur- und Bachbe-
zeichnungen, nur noch bestimmte Familienamen von dem einst so bedeutungsvollen und geheimnis-
umrankten Handwerk.
Auch in Gersbach wurden nur „Wanderglashütten“ errichtet: Hatten die Glaser die Rohstoffe (Pottasche
aus Buchen, Quarz, Kalk) der Umgebung verbraucht, wurden ihre Holzhäuser sorgfältig abgebaut, auf
Karren verfrachtet und an ihrem neuen Standort, wieder errichtet - daran erinnert heute noch der Name
„Hütten“. Bevor sie zu ihrer neuen Glashüttenplätzen aufbrachen, zerstörten sie gezielt ihre alten Öfen
und  Anlagen - keiner sollte ihre geheimen Glasrezepte aus den Resten der Glasschmelzen ablesen 
können. Schnell wuchs der Jungwald hoch und bald füllte der Wald die weit ab von jedem Dorf liegen-
den Baumlücke der Rodungsinsel  wieder auf. Wo einst über Jahrzehnte kostbares Waldglas produziert
wurde, wo die Glaser über viele Jahre hinweg auch Landwirtschaft für ihre Selbstversorgung betrieben, 
sagten sich bald Fuchs und Hase wieder ungestört „gute Nacht“.
Die Gersbacher Kneusslin-Chronik - vermutlich um 1905 entstanden - war für die Minifossis eine wich-
tige historische - und wie die Forschungsergebnisse belegen - eine sehr zuverlässige historische Quelle.
So schreibt dort Kneusslin: „Denn mir selbst sind sechs bis sieben Plätze bekannt, wo im „Innern Wald“
und in Fetzenbach sich Spuren von Glashütten nachweisen lassen.“ Die Besiedlung von Fetzenbach 
vermutete Kneusslin durch Glasbläser und schreibt weiter: „Denn bis vor 60 Jahren die Straße gebaut
wurde durch den Glasberg nach Schwarzenbach konnte man oberhalb der Bielmatt, wo jetzt der Weg-
weiser steht, noch eine Menge Glaskränzchen und verglaste Steine finden als Beweis dafür, dass dort
früher eine Glashütte gestanden hat“.
Die von Kneusslin erwähnten „Glaskränzchen“ waren die auf den Flaschenhals aufgesetzte ringförmigen
„Glaslippen“. Nur mit ihnen konnte man gut aus der Flasche trinken oder  flüssige Medizin genau dosie-
ren. Sie waren aber auch hilfreich, um die Flasche zu verschließen. Die nun gefundenen Glaskränzchen
lassen auf eine sehr kleine Flaschenform schließen und legen die Vermutung nahe, dass es sich um
Medizin- oder Schnapsfläschchen handelt - wobei eine klare Trennung dieser Inhalte wohl für den einsti-
gen Benutzer nicht immer wichtig war. Zwei dieser wertvollen Glaskränzchen gehören zur Waldglas-
Sammlung der Minifossi, die auf jeden Fall auch in den Bestand des Gersbacher Wald-Glas-Zentrums
kommen.
Denn die in den vergangenen Jahren zusammengetragene große Sammlung der AG Minifossi wird hier 
ihren festen Platz erhalten und an die große Tradition des Schwarzwälder Waldglases erinnern - die 
ebenso bedeutend war die der Schwarzwälder Kuckucksuhren. Nach zehn Jahren intensiver Feld- und
Forschungsarbeit schließt sich für die AG Minifossi nun der Themenkreis „Gersbacher Glashütten“. In 
der  Gesamtbewertung der historischen Situation haben die Minifossi natürlich auch die Erkenntnisse 
der beiden im vergangenen Jahr verstorbenen Heimatforscher Weniger (Gersbach) und Siegener (Rick-
enbach) berücksichtigt. So kann nicht nur die Zahl der Standorte in der Kneusslin-Chronik  bestätigt, 
sondern erstmals alle auch durch konkrete Funde nachgewiesen werden. Neben den Spuren des alten
Bergbaus und der Vielzahl von barocken Wehr- und Verteidigungsschanzen unterstreichen nun acht 
Glashüttenstandorte die kulturhistorische Besonderheit des Gersbacher Raumes, wobei die Einzigar-
tigkeit gerade in der Kombination, aber auch in der Einheit dieser Kulturzeugnisse liegt.
Foto & Sammlung © Werner Störk 2007
Eines jener sehr seltenen Glaskränzlein - mit Größenvergleich
..
Von Köhlern, Harzern, Glasbläsern und Flößern im Schwarzwald
Die Landschaft am Oberrhein ist reich an Wäldern, die seit jeher das Leben der Menschen in unserer 
Region entscheidend mitbestimmt haben. Der Wald ist schon lange keine Naturlandschaft mehr, son-
dern eine vom Menschen geschaffene und intensiv genutzte Kulturlandschaft. Dabei war der Wald im-
mer auch Existenzgrundlage für viele Berufe, die inzwischen der Vergangenheit angehören wie die 
Gewerbe der Köhler, Harzer, Flößer, Schnefler (Holzschnitzer) und Glasmacher.
Dem Lebensraum Wald, der Waldnutzung von heute und dem historischen Waldgewerbe ist derzeit in 
Karlsruhe im Staatlichen Museum für Naturkunde eine beeindruckende „WaldReich“-Sonderausstellung
(bis zum 7. Oktober) gewidmet.
Für das Waldglas des Schwarzwaldes und die Glasbläser und Glashütten des Südschwarzwaldes
wandte man sich an die AG Minifossi, die das besondere Angebot gerne annahm,  um in Karlsruhe 
neben ausgewählten Exponate ihrer großen Waldglas-Sammlung auch die aktuellen Forschungser-
gebnisse aus dem Raum Gersbach zu präsentieren. Und um die Gelegenheit zu nutzen, persönliche
Kontakte für das Gersbacher Wald-Glas-Zentrum knüpfen mit dem Ziel, attraktive Veranstaltungen
wie den Bau eines richtigen Köhlermeilers auch in unsere Region zu bringen.
Neben dem Waldglas und den Wanderglashütten gab es aber auch überraschende Kontakte zu extra
angereisten Heimatforschern im mittleren und nördlichen Schwarzwald, die großes Interesse am 
Schanzen-Projekt der Minifossis zeigten. Hier wird es sicher konkrete Kooperationen geben, die mit
dem Bau der rekonstruierten Barockschanze in Gersbach ein in mehrfacher Hinsicht weithin sicht-
bares Zentrum gemeinsamer Forschungsarbeiten für den ganzen Schwarzwald schafft.
Über 2800 Besucher zog es an diesem besonderen „Waldtag“ in Museum - auch für die Minifossi ein
besonderes Erlebnis. Für die AG war es in ihrem 25. Jubiläumsjahr die zwischenzeitlich 64. Ausstellung - 
und jetzt konzentrieren sich alle auf die große Schanzen-Ausstellung, die am 22. Juli in Schopfheim 
eröffnet wird.
Foto © Werner Störk 2007
Das Naturhistorische Museum in Karlsruhe
..
195.000 Besucher in einem Jahr
Seit sechs Jahren besteht zwischen dem Evangelischen Jugendheim Gersbach und der AG Minifossi 
der Friedrich-Ebert-Schule eine enge Internet-Kooperation, die sich zwischenzeitlich zu einer viel be-
achteten Homepage entwickelt hat.  Die Zusammenarbeit wurde möglich, da man seitens der Mini-
fossis auch außerhalb der Schulhomepage eine weitere Plattform suchte, von der aus man gemein-
sam die umfangreichen Forschungsergebnisse aus dem Raum Gersbach einer breiteren Öffentlich-
keit präsentieren konnte. Im Evangelischen Jugendheim Gersbach fand man den idealen Partner, da
man so auch gezielt vor allem Jugendliche mit den kulturhistorischen Themen wie Glashütten, Berg-
bau oder Schanzen erreichen konnte.
Aus den anfänglich fünf Webseiten ist die Homepage http://www.jugendheim-gersbach.de zur wich-
tigsten Informationsplattform für die AG Minifossi geworden. Hier finden sich in Wort und Bild die ge-
samten Forschungsergebnisse, was Besucher allein im vergangenen Jahr über 195.000 zu schätzen
wussten. Pro Tag wird die Webseite durchschnittlich 600 – 800 Mal angeklickt und allein in diesem
Januar wurden erstmals über 21.000 Surfer erfasst.  So hoffen die Minifossi, in diesem Jahr „locker die
200.000-Marke zu durchbrechen“. Seit die Homepage 2001 ans Netz ging, haben über 500.000 Inte-
ressierte aus aller Welt  diese Seiten besucht – auch für die Minifossis ein nicht erwarteter Erfolg.
Surfer aus über 70 Nationen aller Kontinente wählen die Jugendheim-Seiten, wobei der Schwerpunkt 
neben dem gesamten deutschsprachigen Raum vor allem in den europäischen Nachbarstaaten liegt. 
Aber auch „Exoten“ von Tuvalu, Niue und Tobago suchen und finden die gewünschten Informationen 
auf der Homepage.
Der Grund für diese Beliebtheit liegt sicherlich in der  breiten Themenpalette der 150 Sonderseiten mit
allem Interessanten, was man so über das Gersbacher „Schatzkästlein“ und den Südschwarzwald 
erfahren kann. Rund 10.000 Fotos und Grafiken ergänzen das Textangebot und bilden so ein sicher-
lich einzigartiges Archiv über den Ort und dessen touristische wie auch historischen Sehenswürdig-
keiten. Neu sind u. a. die Sonderseiten über das geplante Wald-Glas-Museum sowie über die Barock-
schanze. Hier kann man sogar dann die Bauphasen der großen Sechseck-Schanze mitverfolgen, die 
im Frühjahr beginnen.
Foto © Werner Störk 2007
Unserer wichtigste Internet-Plattform, Hit-Zugpferd und Kooperationspartner:
http://www.jugendheim-gersbach.de
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FöbbS-Abschlussbericht 2006/2007

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