MINIFOSSI
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Persönliche Erklärung
 
Mich haben zwischenzeitlich viele Anfragen erreicht, weshalb mit dem Jahr 2022 plötzlich meine Reihe an umfangreichen Veröffentlichungen über neue archäologischen Funde im Kleinen wie im Großen Wiesental so abrupt abbricht. Der Grund liegt in meinen ganz persönlichen Érfahrungen und im Umgang mit der Tatsache, dass auch hierzulande der Denkmalschutz zum Kollateralschaden der Energiewende geworden ist. Und man als aktiver Denkmalschützer in einer Form  persönlich angegriffen und diffamiert wird, welche meinen Glauben an die Demokratie und vor allem aber auch an eine freie, und redliche  Wissenschaft ernsthaft in Frage stellt - dann ist es an der Zeit, klare Zeichenn zu setzen. Daher ergänzen diese persönlichen Anmerkungen quasi als Post Scriptum zum Thema: Kollateralschaden Denkmalschutz mit praxisnahen Erfahrungen der letzten Jahre.
 
Warum wird langjährig aufgebautes Vertrauen in Wissenschaft und Behörden so massiv zerstört – meine ganz persönliche Fragestellung und gleichzeitig das Fazit eigener Erfahrungen der letzten Jahre im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau von Windkraftanlagen im Südschwarzwald. Konkret bei dem Projekt Windpark auf dem Zeller Blauen, einem imposanten und landschaftlich sehr dominierenden Bergrücken zwischen dem Großen und dem Kleinen Wiesental und reich an archäologischen Bodenspuren und Kleindenkmälern. Von den dort geplanten WE-Anlagen berühren zwei konkrete Areale von Bodendenkmälern. Dies gilt nicht nur für deren archäologische Gesamtheit und dem dadurch notwendigen Ensembleschutz der historischen Schanzanlagen, sondern auch für weiterer Kleindenkmälern sowie besonderer Spuren spätmittelalterlichen Flurgestaltung und Nahrungsgewinnung.
 
Ganz offensichtlich ist dabei der politische Wille feder- und zielführend, selbst einzigartiges Kulturgut dem einseitig favorisierten Bau von Windrädern zu opfern. Da solch wertvolles Kulturgut plötzlich nicht mehr als schützenswert eingestuft wird und damit der amtliche Denkmalschutz keine Garantie mehr für deren Erhalt bietet, werden deshalb auch meine eigenen (aktuellen) Forschungsergebnisse nicht mehr transferiert bzw. auch nicht mehr in gewohnter Form veröffentlicht! Zumal wenn solche fachlich-kooperative Wissenstransfers sehr wohl – wie die Beispiele auf dem Zeller Blauen eindrücklich belegen (und nicht nur da) - auch die behördlich genehmigte Zerstörung neu entdeckter wie auch bestehender archäologischer Objekte bedeuten können.
 
Der Deutsche Preis für Denkmalschutz, verliehen vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, ist in Deutschland die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet. 2004 wurden wir damit ausgezeichnet und dies war für uns als AG MINIFOSSI und speziell auch für mich, als deren Gründer und Leiter, immerwährende Verpflichtung für einen aktiven Denkmalschutz. Angesichts des Kollateralschadens nun auch der ausschlaggebende Grund für meine jetzige Entscheidung.
 
Wenn - nach jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Institutionen - die sachlich begründete Kritik und die Weitergabe von Informationen über neu entdeckte Bodenfunde, deren Areale unmittelbar die geplanten WEA-Standorte tangieren, nur noch die stillschweigende Duldung der monopolaren "Deutungshoheit" eingefordert wird und damit verbunden das bewusste Wegschauen bei Fehlinterpretationen bzw. nachweislich falscher Entscheidungen erwartet wird, dann ist dies weder mit meinen fachlichen noch mit meinen ureigensten persönlichen Grundwerten vereinbar - geschweige denn eine tragfähige Basis für die Fortsetzung einer fairen und vertrauensvollen Kooperation.
 
Dass neben den politischen auch die privatwirtschaftlichen Interessen – trotz persönlicher Vorort-Begehungen und konkretem Wissen um die Einzigartigkeit der betroffenen Anlagen – auf der Durchsetzung ihrer Planungsvorgaben bestehen, zeugt von einem tiefgreifenden Desinteresse und dem fehlendem Wissen um Raum, Geschichte, Menschen und Landschaft - getrieben von einer rein marktwirtschaftlichen Priorisierung mit dem Ziel einer monetären Maximierung und noch größeren Anteilhabe am nationalen und internationalen Strommarkt.
 
Mit Blick über den großen Teich auf die USA sind  auch  gezielt eingesetzte fake news zum festen Bestandteil des politisch-gesellschaftlichen Alltags geworden. Aber auch in the Länd werden sie offenbar gesellschaftsfähig. Fake news sind laut Wikipedia absichtlich falsche oder irreführende Informationen, frühe nannte man das Halbwahrheiten, Unwahrheiten oder einfach Lügen. Bis zu dem aktuellen Fall bin ich davon ausgegangen, dass dies gerade in fachwissenschaftlichen Kreisen eigentlich tabu sein sollte - ich musste schmerzhaft erfahren, dass ich mich getäuscht habe. Auch in den dafür verantwortlichen Institutionen - denen ich bis dahin quasi blindlings vertraut habe.
 
„Unredlichkeit hingegen gefährdet die Wissenschaft. Sie zerstört das Vertrauen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander sowie das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft, ohne das wissenschaftliche Arbeit ebenfalls nicht denkbar ist.“ Quelle: „Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis Denkschrift,“  Memorandum, Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn,1998/2013.
 
Fazit aus der konkreten Erfahrung und dem persönlichen Engagement für den Schutz und den Erhalt der Bodendenkmäler: Redlichkeit, Fairness und Wahrheit werden so zu Kollateralschäden einer sehr fragwürdigen und leider nur scheinbar fachwissenschaftlichen "Deutungshoheit". Konfrontiert mit solchen fake news habe ich das Vertrauen in die einstigen Kooperationspartner völlig verloren. Dass es sich hierbei generell aber auch um grundsätzliche Erfahrungen im Denkmalschutz handelt, zeigen die Zeilen von Prof. Dr. Jörg Haspel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in seinem offiziellen Rundbrief vom November 2025 über die privaten Förderer: „...Damit sind sie nicht nur Vorbilder für die kommenden Generationen. Sie sind auch streitbare Vorbilder für Politik und Verwaltung, die sich bisweilen selbst aus der Verantwortung für das historische Erbe herausziehen oder sogar geltendes Recht zu strapazieren scheinen...“. Und weiter im Zusammenhang mit der Denkmalpflege: „Heute wird dieses Anliegen gelegentlich zur tages- und parteipolitischen Manövermasse gemacht oder sogar ohne jedes historische Verständnis öffentlich diskreditiert.“ Dem habe ich aus eigener Erfahrung nichts mehr hinzuzufügen!
 
Dass es sich in Zeiten gesellschaftspolitischer und wirtschaftlicher Umbrüche  möglicherweise nur um ein zeitloses Phänomen handelt, belegen diese beiden Zitate: Wie schrieb Albert Einsrein: "Blinder Glaube an die Obrigkeit ist der schlimmste Feind der Wahrheit!" Oder Salman Rushdie" ".. und nicht die Hoffnung aufgeben, dass sich die Wahrheit, selbst in einer Zeit der Lügen, durchsetzen kann!"
 
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