AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

Fach- und Arbeitsbereiche: 
Fachbereich 1
Geowissenschaftlich orientierte Projekte Beispiele aus der Gold- und Platin-Suche:

Gold & Platin im Schwarzwald




Foto© Werner Störk 2005, Sammlung AG Minifossi

 Aus unserem Archiv: Der Sperrylith von Wittichen 


 
Fundor
Bildbreite: 0,40 mm                Archiv-Nr. R-129-26-Pt
Foto©: Dr. Rudolf Pock
Sammlung AG Minifossi

Davon träumen Geologen: Einen Erstnachweis für ein seltenes Erz der Edelmetalle zu finden. Zu den Edelmetalle zählen Silber, Gold und Platin.

Dass es in der historischen Bergbauregion des hinteren Kinzigtales einen jahrhundertelangen Silberabbau gab, ist Geschichte. Dass man in diesem Gebiet aber auch Gold und  das noch seltenere Platin finden kann, das bewiesen die Schüler der Minifossi-Arbeitsgruppe der Friedrich-Ebert - Schule. Im Rahmen ihres mehrjährigen Schwarzwaldgold-Projektes konnten sie erstmals das Platinerz Sperrylith nachweisen. Wir verweisen auf die Anmerk-ungen von Prof. Walenta (vergl.: Weiterführende Literaturhinweise). Platin findet vor allem Verwendung für Laborgeräte, in der Elektroindustrie und natürlich auch für den begehrten Schmuck.

Die umfangreichen Laboruntersuchungen des 0,36 x 0,19 millimetergrossen Partikels wurden in der Schweiz abgewickelt und er enthält nur Platin und Arsen.

Auch der Goldnachweis einzelner Partikel für den Bereich Todtmoos und Horbach-Klosterweiher  ist den Minifossis erstmals gelungen. Für Schwarz-waldverhältnisse recht kompakt, ist man auf die mit dem blossen Auge erkennbaren Goldpartikel gestossen . Das Gold hat einen erstaunlich hohen
Reinheitsgehalt von 98 Prozent und liegt mit durchschnittlich einem halben Millimeter im oberen Grössenbereich bislang bekannter Goldnachweise im Schwarzwald. Denn die bereits geborgenen Goldpartikel andere Fundstellen sind mehrheitlich staubfein und somit wesentlich kleiner.

Als „Nebenprodukt“ der Goldwäscherei konnte eine Vielzahl filigraner Silberstufen geborgen werden, darunter bis zu einem Zentimeter grossen „Silberbäumchen“, einer dentritischen Sonderform des Silbers.

Die Arbeitsgruppe konnte in den vergangenen Jahren über 30 neue Goldnachweise für Bäche und Flüsse des Schwarzwaldes führen. Die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen werden mit dazu beitragen, die Entstehung des seltenen Schwarzwaldgoldes aufzuhellen.


 Aus unserem Archiv: Der Sperrylith von Todtmoos
 

Bildbreite: 0,20 mm                                                                                Archiv-Nr. R-53-13-5B
Foto©:  Dr. Rudolf Pock
Sammlung AG Minifossi

Die Nickelerz-Lagerstätten von Todtmoos-Mättle und dem benachbarten Horbach sind  seit langen bekannt.  Bereits um 1798 wurden die ersten bergmännischen Versuche urkundlich registriert, das anstehende Erz im Tagebau zu gewinnen.

Die beiden Vorkommen gelten als wissenschaftlich intensiv untersucht und waren bis in jüngste Zeit das Ziel vieler professioneller Forschungsprojekte von Universitäten und Fachbehörden. Dass die vorhandenen Erze auch Edelmetallgehalte an Gold und Platin enthalten, konnte man erstmals 1939 durch LEUTWEIN und 1941 durch KLÖSS feststellen.

Auch erneute Untersuchungen des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg im Jahre 1983 bestätigten das Vorhandensein von Gold- und Platingehalten. Zu keinem Zeitpunkt konnte jedoch Gold oder Platin als freie Mineralien nachgewiesen werden. Diese beiden Erstnachweise glückten nun der AG Minifossi der Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim im östlichen Zulauf des Klostenweihers bei Horbach und dem Todtenbach bei Todtmoos.
 

Gold aus dem Schwarzwald
REM-Fotos Copyright © Dr. Rudolf Pock
Sammlung AG Minifossi

Bereits im Rahmen ihres landeskundlichen Projektes „Gersbacher Glas und Gersbacher Gold“ (Vergleiche: Projekt) gelangen der Schüler-AG  in Gersbach überraschend fünf neue Erstnachweise für das Edelmetall Gold. Um die geologischen und mineralogischen Zusammenhänge mit
benachbarten Gebieten, insbesondere die Raumschaft Todtmoos bis St. Blasien, besser verstehen und begreifen zu können, wurden die Prospektionsarbeiten auch auf diese Region ausgedehnt. Mit Erfolg!

So konnten im Todtmooser Raum zunächst für das sonst sehr seltene Schwarzwaldgold erstaunlich viele Goldpartikel gesichert werden. Um die Her-kunft dieses Goldes genauer einzugrenzen, wurden mehrere Exkursionen in der Umgebung des alten Todtmooser Nickelerz-Bergwerkes ange-setzt.Mittels genau erkundeter Waschplätze stellten die Schüler fest, dass das Gold vermutlich nach dem eiszeitlichen Transport durch den Wehratal-Gletscher hier abgelagert wurde. Die Goldpartikel sind durch überwiegend runde Formen geprägt, sogenannten Flitterchen und weisen einen bis zu 95%igen Goldanteil auf.

Der Fachbegriff dafür lautet Seifengold - im Gegensatz zum Berggold, das sich noch an seinem ursprünglichen Entstehungsort im Muttergestein befindet. Seifengold ist Gold, das durch Verwitterungs- und Transportprozesse vom Muttergestein losgelöst und an einer sekundären, also an einer zweiten Lagerstätte abgelagert wurde. Die natürlichen Transportmittel dabei waren Eis oder Wasser, in seltenen Fällen auch starker Wind. Neben dem Gold bestehen die Partikel aus Silber und Kupfer. Sie tragen auch Zink- und Quecksilberspuren.

Neben dem Gold ist aber vor allem der erneute Platinfund der Minifossi-AG auch fachwissenschaftlich eine Sensation und natürlich ein besonderer Grund zur Freude: Bereits 1997 konnten die Schüler bereits im Kinzigtal das Platinmineral Sperrylith nachweisen. Was damals noch als absoluter Einzelfund im ganzen Bereich der Schwarzwaldmineralien galt, gewinnt durch den neuen Fund nochmals an wissenschaftlicher Bedeutung.
Denn auch im unmittelbaren Bereich der Gruben von Todtmoos und Horbach gelang bislang noch nie der Nachweis einzelner Platin- und Goldpartikel.

 


Prospektionsarbeiten im Februar 1999
Klosterweiher Horbach
- Erstnachweis Gold -
Foto: AG Minifossi

Der erneute Erfolg der AG Minifossi ist hierbei wiederum verknüpft mit dem langjährigen Kooperationspartner Markus Glauser (gest. am 10.11.1999), dem Platin- und Goldspezialisten aus dem schweizerischen Dornach. Gemeinsam mit ihm wurden mehrere Vorprospektionen, Exkursionen und Waschproben im Todtmooser Zielgebiet durchgeführt. Seit bereits 16 Jahren begleitete er das Projekt mit seinem praxisorientierten Wissen aus 40 Jahren professionaller Goldwäscher-Erfahrung.


Markus Glauser + (Bildmitte) mit dem
Minifossi-Team bei Todtmoss
Foto: AG Minifossi

Durch sein persönliches Vorbild bereicherte er nicht nur den besonderen Entwicklungsweg vieler jungen Menschen, die erstmals an die wissen-schaftliche Forschung herangeführt wurden, sondern prägte auch den Geist und die Inhalte der gesamten  AG Minifossi.

Einen weiteren Experten fanden die Minifossis in Frank Falkenstein aus Dogern, dem besten Kenner der Nickelerzgrube Mättle. Er  begleitete die Untersuchungen im Raum Todtmoos mit wichtigen Hinweisen und historisch wichtigen Quellenmaterial.

Die arbeitsaufwendigen Analysen und die faszinierenden Rasterelektronen- Mikroskop-Aufnahmen fertigte Dr. Rudolf Pock an - ebenfalls ein inzwischen langjähriger und bewährter Kooperationspartner der Minifossis. Ohne ihn wäre eine gezielte chemisch-analytische und damit eine zuverlässige fachwissenschaftliche Zuordnung der Funde nicht möglich. Ergänzt werden diese Voraussetzungen durch sein profundes
minera-logisches Fachwissen.

Die vernetzte Arbeitsweise der AG Minifossi mit ausserschulischen Experten zeigt sich auch in diesem erfolgreichen Projektabschluss als der passende Schlüssel zum Erfolg.

 

Literaturhinweise:
LEUTWEIN, F. (1939): Über das Vorkommen einiger seltenen Elemente in metamorphen Gesteinen des Schwarzwaldes. Vorläufige Mitteilung.
in: Zbl. Mineral. Geol. und Paläontol., 1939, Abt. A (4): Seite 123 - 128, 4 Tab. ; Stuttgart.

KLÖSS, M. (1941): Die Erzführung der Lagerstätte Horbach-Wittenschwand. -
Dissertation Clausthal-Zellerfeld.

SAWATZKI, GEORG (1990): Erkundung von Nickelvorkommen bei Horbach-Wittenschwand/St. Blasien (Südschwarzwald)
in: Jh. geol. Landesamt Baden-Württemberg, 32, S. 7 - 15, 3 Abb., Freiburg.


Weiterführende Literaturhinweise zum Thema Platin   



Weiterführende Literaturhinweise zum Thema Gold    


Weitere Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen REM 


Weiterführende Informationenzum Goldwaschen         

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