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Sonderseiten im Rahmen der WEA-Windpark-Diskussion Zeller Blauen - Neuenweg  
 
 
Werden Wahrheit und Ethik in der Wissenschaft beliebig?
 
Kollateralschäden der Energiewende im Denkmalschutz (5).
 
Exemplarisch aufgezeigt am Beispiel aktueller Veröffentlichungen in: "Im Krieg ist weder Glück noch Stern" (2021).
 
Hinweis: am 19.12.2021 wurde diese Informationsangebot neu strukturiert und mit einem 6. Prüffall versehen.
 
„Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht haben und ihnen dazu im Nachgang Unstimmigkeiten oder Fehler auffallen, berichtigen sie diese. Bilden die Unstimmigkeiten oder Fehler Anlass für die Zurücknahme einer Publikation, wirken die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei dem entsprechenden Verlag oder dem Infrastrukturanbieter etc. schnellstmöglich darauf hin, dass die Korrektur beziehungsweise die Zurücknahme erfolgt und entsprechend kenntlich gemacht wird. Gleiches gilt, sofern die Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler von Dritten auf solche Unstimmigkeiten oder Fehler hingewiesen werden.“ Quelle: "Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Kodex", Deutsche Forschungsgemeinschaft Bonn, 2019.
 
Prüffall 5: Defensivsystem Schönau (Landkreis Lörrach).

Beispiel: Dr. Andreas Haasis-Berner schreibt weiter (S. 89): „Bei dem nördlich von Zell im Wiesental liegenden Städtchen Schönau sind keine Befestigungen bekannt, die sich mit diesen Baumaßnahmen in Verbindung gebracht werden können“. Diese Feststellung bedarf einer Korrektur. Ein Blick auf die nachfolgende BZ-Grafik genügt! In Wirklichkeit besteht – in Teilen sogar heute noch eindrucksvoll begehbar – ein umfangreiches Netz von Fortifikationselementen, von denen ein Großteil dem fraglichen Zeitraum zuzuordnen sind. Daneben gibt es auch Letzinen, die wesentlich älter sind: Sperrmauer (schriftliche Quellen, überbaut, nicht mehr im Gelände nachweisbar) zwischen der  nördlichen Mairösleinhalde und Mündung des Aiternbachs  ca. 160 Meter mit noch bestehender Wachtstation, der großer Letzigraben 1488   (70 m-Teilstück noch nicht abgeklärt) ca. 95 Meter  (im Gelände noch gut erkennbar), Letzigraben östliche Talseite auf Höhe der der Kapelle von Schönenbuchen ca.100 Meter (im Gelände noch gut erkennbar),  Loetzi- oder Letzigraben südlich der Kapelle von Schönenbuchen ca. 150 Meter (nur noch über Luftbild nachweisbar), große Sperrmauer zwischen westl. Mühlhalde/Obere Mühlmatte und östlichem Haideck ca. 550 Meter (180 Meter noch sichtbar, Linie folgt der nördliche Friedhofsmauer), großer Sperrgraben zwischen westlicher. Mühlhalde/-Obere Mühlmatte und östlichem Haideck (teilweise noch sichtbar) ca. 550 Meter (mitten durch den heutigen Friedhof), 6-Eck-Schanze Durchmesser ca. 70 Meter (überbaut, nur noch über Luftbild nachweisbar) und mögliche Segmente einer 5- oder 6-Eck-Polygonalschanze im Ortsteil Bifang (teilweise überbaut).

 
 
 
 

Beispiel: Dr. Andreas Haasis-Berner schreibt in seinem zweiten Artikel auf S. 88: „Ebenso unklar ist die Lage der Pässe bei Schönau (Neuenweg?, Wieden?)“. Diese Feststellung bedarf einer Korrektur. Dass Dr. Andreas Haasis-Berner dabei nur Neuenweg und Wieden nennt, verdeutlicht, dass ihm möglicherweise der wichtigste Passweg, nämlich den über die Krinne, nicht bekannt ist. Dieser war (vor Neuenweg) die einzige Ost-West-Saumpfad-Verbindung ins Münstertal. Schönau lag somit an einem sehr wichtigen Verkehrsknotenpunkt: zivil wie militärisch, handelsmäßig wie taktisch-strategisch elementar, Verbindungsbrücke zwischen Wiesental und Hochrhein, zwischen Breisgau und der Schwäbischen Alb, Zugangsweg nach St. Blasien und idealerweise an den beiden Hauptrouten (Hau-Pass/ Böllen/Neuenweg und dem älteren Saumweg über die Krinne ins Münstertal bzw. nach Aitern und Utzenfeld) in West-Ost-Richtung gelegen. „Die Krinne war wichtig für die Zufuhr von Getreide und Wein aus dem Breisgau und auch zur Durchreise vom Breisgau nach St. Blasien, Waldshut und der Schweiz benützt wurde. Seine Weiterführung zog über die Wacht“. Quelle: Eduard Böhler (1960): „Die Geschichte von Schönau im Schwarzwald“. Rombach, Freiburg im Breisgau 1960, S. 188. Ebenso wenig erwähnt Dr. Andreas Haasis-Berner jene sehr wichtige Pass-Sicherung, die das Gebiet vom Osten her sicherte, die „Wacht“. Nur das Zusammenspiel aller vier Pass-Sicherungen versprach einen sicheren Schutz für Schönau. Wobei man auch die Schanzanlagen von Muggenbrunn nicht unerwähnt lassen darf, da sie ebenfalls ihren wichtigen Anteil am Zusammenspiel des Defensivsystems hatten. Für Militärs war die Krinne eine höchst unangenehme und komplizierte logistische Angelegenheit - sehr steil, sehr eng - für Infanterie wie auch Kavallerie nur unter höchster Anstrengung zu nehmen - steiler An- und ebenso steiler Abstieg im Gänsemarsch - idealer Angriffspunkt für die sonst in linearer Kampfaufstellung agierenden Soldaten. Diese nicht planbare Risiko war in vielfacher Weise zu hoch. Daher genügte ein Blockhaus - denn die Franzosen zogen die Hüningen-Kleines-Wiesental- bzw. Hüningen-Neuenburg-Sirnitz-Heubronn- und Klemmbachtal-Route vor, die dementsprechend stark befestigt wurden (siehe nachfolgende Karte).

 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Französische Angriffsrouten auf Schönau, Pässe und Defensivsystem Vorderer Linie.
 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Das Defensivsystem aus Schanzen und Sperren (generalisiert, nicht maßstäblich) rund um Schönau mit Krinne (blauer Kreis) und Wacht (orange).
 
Quelle Quelle Geoportal BW 202
Der interdisziplinäre Ansatz mit der Anwendung verschiedener Wissenschaften ermöglicht eine genaue Standortanalyse
und lässt die lokalen Konditionen für entsprechend favorisierten Fortifikationsformen besser verstehen.
 
Quelle Geoportal  BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Schanzenareal Neuenweg (gelb) und Wacht (rot).
 
Quelle Geoportal  BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Utzenfeld (rot) und der Wacht-Pass (gelb).
 
Quelle Geoportal l BW 2021
Die Wacht mit Steinbruchgelände.
 
Quelle Geoportal  BW 2021
Passhöhe Wacht.
 
Die Krinne als einst wichtigster Pass-Übergang vom Großen Wiesental ins Münstertal und den Breisgau.
 
 
Quelle Geoportal BW 2021 Komi LiDAR Grafik Werner Störk © 2021
Die Krinne: einst einziger Saum- und Sattelpfad-Übergang vom Großen Wiesental ins Münstertal -
wichtigste Verkehrsverbindung zwischen Breisgau und St. Blasien.
 
 
Quelle Google Earth 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Passübergang Krinne.
 
 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Einzugsbereich der Krinne.
 
Quelle Geoportal l BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Die Krinne.
 
 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Wie immer sind es die Bäche, welche die Auf- und Abstiege bevorzugter Routen bedingen.
 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Krinne und Wiedener Eck.
 
Quelle Geoportal BW 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Die Saum- und Sattelpfadroute zwischen dem Rübgartenkopf und dem Heidstein.
 
Quelle Geoportal BW LiDAR 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Der LiDAR-Scan zeigt den starken Einschnitt zwischen dem Rübgartenkopf und dem Heidstein
 
Quelle Google Earth 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Untermünstertal (rot), Krinne (hellgrün), Belchen (gelb), Neuenweg (blau), Bürchau (orange) und Schönau (hellgrün).
 
Quelle Google Earth 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Einstieg in die Krinne (hellgrün), Belchen (braun), Eck (grün), Neuenweg (rot), Hau (orange), Holderschanze (blau) und Schönau (weiß).
 
Quelle Google Earth 2021 Grafik Werner Störk © 2021
Belchen (orange), Krinne (rot) und Untermünstertal (gelb).
 
 
Jeder Leser kann sich anhand von sechs exemplarisch ausgewählten Prüffällen
selbst einen sachgerechten Faktencheck
zusammenstellen:
 
 
 
 
Prüffall 1: Sternschanze von Böllen/Neuenweg.   
 
 
Prüffall 2: Holderschanze Neuenweg/Böllen.  
 
 
Prüffall 3: Mettlenkopf Gersbach.   
 
 
Prüffall 4: Tannenkopf & Wolfsacker Elbenschwand.   
 
 
Prüffall 5: Defensionssystem Schönau. 
 
 
 
Prüffall 6: Vordere & Hintere Linie Gersbach - Todtmoos-Au 
 
 
 
 
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Interessante Web-Seiten ergänzen die bereits dokumentierten Fakten:
 
Der "Fall Raitbach" (2012/2013).
Die Holderschanze auf dem Holderkopf.
Einzigartige bastionierte Polygonalschanze:
Die Sternschanze von Neuenweg/Böllen 

Walderdbeer-Anbau im Hochmittelalter
Hangterrasssen am Tannenkopf.
Die Signalfeuer-Station am Tannenkopf
Die Redan-Anlagen auf dem Wolfsacker.
Schönau & Schönenbuchen:
Schanzen, Letzinen und Kapelle
Die Schanzen auf dem Mettlenkopf.
   
Als Diskussionsgrundlage sowie presserechtlich gilt immer nur die aktualisierte Webseite: 19.12.2021. 
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